Autorenleben

Muss ein Autor perfektes Deutsch können?

Muss ein Autor perfektes Deutsch können? In letzter Zeit begegnet mir in sozialen Medien immer wieder eine interessante Vorstellung. Ein Autor macht einen Rechtschreibfehler. Oder setzt ein Komma falsch. Oder schreibt einen Satz, bei dem sich jemand sicher ist, dass der Dativ hier dem Genitiv sein Tod gewesen sein müsste. Und schon steht die Frage

Was Leser nie zu sehen bekommen

Was Leser nie zu sehen bekommen Wenn ein Leser ein Buch in der Hand hält, sieht die Sache eigentlich ziemlich übersichtlich aus. Da gibt es ein Cover, ein paar hundert Seiten Text und am Ende vielleicht noch ein Nachwort. Was man nicht sieht, ist der ganze Kram, der vorher und währenddessen entstanden ist. Und mit

Warum ich mich nicht auf ein Genre festlegen will

Warum ich mich nicht auf ein Genre festlegen will Schubladen sind praktisch. Man weiß sofort, wo etwas hingehört. J. K. Rowling? Fantasy. Stephen King? Horror. John Grisham? Justizthriller. Agatha Christie? Krimi. Fertig. Das funktioniert erstaunlich gut. Zumindest so lange, bis die betreffenden Autoren auf die Idee kommen, etwas anderes zu schreiben. Dann wird es plötzlich

Schiller war eine KI

Schiller war eine KI Friedrich Schiller hat offenbar geschummelt. Und zwar ziemlich dreist. Ich habe einen Ausschnitt aus „Das Lied von der Glocke“ in einen KI Detektor kopiert. Das Ergebnis: 100 Prozent KI Inhalt. Sehr schön. Schiller starb 1805. ChatGPT kam etwas später. Ein kleiner Test Mich interessiert schon länger, wie zuverlässig diese ganzen Dienste

Kann man Schreiben lernen?

Kann man Schreiben lernen? Die Frage klingt zunächst ein wenig merkwürdig. Schließlich können die meisten von uns schreiben. Wir haben es in der Schule gelernt. Buchstaben, Wörter, Sätze. Manche sogar Kommas. Trotzdem würde niemand ernsthaft behaupten, dass jemand einen Roman schreiben kann, nur weil er einen Einkaufszettel fehlerfrei zu Papier bringt. Gemeint ist also etwas

Wenn generative KI „Diebstahl“ ist, warum gilt das plötzlich nicht mehr bei Programmcode?

[Read this article in English] Wenn generative KI „Diebstahl“ ist, warum gilt das plötzlich nicht mehr bei Programmcode? Wer generative KI scheiße findet, weil sie aus der Arbeit anderer Menschen lernt, Urheber nicht bezahlt und Arbeitsplätze gefährdet, sollte diesen Maßstab konsequent anwenden. Das klingt zunächst selbstverständlich. In der Diskussion über generative KI geschieht aber häufig

Der perfekte erste Satz

Der perfekte erste Satz Zwei Stunden Arbeit. Siebenundvierzig Varianten. Am Ende steht wieder derselbe Satz da wie am Anfang. Willkommen im Autorenleben. Es gibt vermutlich wenige Sätze eines Romans, denen so viel Aufmerksamkeit zugemutet wird wie dem ersten. Er soll neugierig machen. Er soll den Ton setzen. Er soll etwas über die Geschichte verraten, aber

Die gefährliche Idee für ein neues Buch

Die gefährliche Idee für ein neues Buch Ich glaube, das hat fast jeder Autor schon einmal erlebt. Man schreibt gerade an einem Buch. Und es läuft. Na ja. Sagen wir: Man schreibt daran. Die Figuren stehen, die Handlung steht zumindest größtenteils und irgendwo am Horizont kann man bereits erahnen, wie das Ganze enden könnte. Vielleicht

Warum heißt diese Figur eigentlich Paul?

Warum heißt diese Figur eigentlich Paul? Es gibt Fragen, die beim Schreiben eines Romans früh geklärt werden sollten. Wer ist die Hauptfigur? Nebenfigur? Was will sie? Was steht ihr im Weg? Und offenbar ebenfalls wichtig: Warum zum Teufel heißt dieser Mann eigentlich Paul? Diese Frage stellte ich mir ungefähr nach 180 Seiten. Das war insofern

Kommen in meinen Geschichten „echte“ Menschen vor?

Kommen in meinen Geschichten „echte“ Menschen vor? Natürlich. Sonst wäre es ja langweilig. Wer mich kennt und meine Geschichten liest, sollte sich dieser Tatsache vielleicht bewusst sein. Ein Satz, den ich irgendwo aufgeschnappt habe. Eine Geschichte, die mir ein Familienmitglied erzählt hat. Eine Begebenheit aus dem Freundeskreis. Etwas, das ein Kollege oder eine Kollegin irgendwann

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