Öl und Blut
Ein lautloser Mord, eine Waffe aus der Vergangenheit – und ein Gegner, der im Verborgenen ganze Systeme kontrolliert.
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Band 4
Klappentext: Ein Mord auf einem schottischen Golfplatz. Ein Bolzen aus einer Armbrust. Und eine Firma, deren Macht bis in die dunkelsten Tiefen der Nordsee reicht.
Detective Inspector Ethan Hawthorne wird nach Dunbar geschickt, um den Tod eines hochrangigen Mitarbeiters von Strathmore Oil zu untersuchen. Was zunächst nach einem isolierten Attentat aussieht, entwickelt sich bald zu einer tödlichen Serie – präzise, kaltblütig, unmenschlich effektiv. Mit jedem Opfer wird klarer: Jemand zieht im Hintergrund Fäden, jemand, der nicht nur über tödliches Wissen verfügt, sondern auch über ein persönliches Ziel.
Inmitten des schottischen Winters, zwischen Sturm und Schweigen, beginnt ein Spiel um Wahrheit und Täuschung. Und Ethan weiß: Dieses Mal geht es nicht nur um einen Täter. Sondern um alles, woran er glaubt.
Band 4 der Hawthorne-Reihe führt den Ermittler in eine düstere Welt aus Gier, Loyalität und Verrat. Atmosphärisch dicht, psychologisch präzise – und spannungsgeladen bis zur letzten Seite.
Infos
- ASIN: B0FLTKBS78
- Herausgeber: SaarPoesie
- Erscheinungstermin: 8. August 2025
- Sprache: Deutsch
- Seitenzahl der Taschenbuch-Ausgabe: 279 Seiten
- ISBN-13: 979-8293296040
- Abmessungen: 12.7 x 1.78 x 20.32 cm
Leseprobe
Vorwort:
Manche Geschichten lassen einen nicht los. Sie entstehen langsam, setzen sich aus einzelnen Bildern, Gedanken und Momenten zusammen – und irgendwann wird aus einer vagen Idee eine Geschichte, die erzählt werden will.
„Öl und Blut“ war ursprünglich eine ganz andere Geschichte. Das vierte Buch mit Ethan Hawthorne sollte an einem anderen Ort spielen, mit einer anderen Prämisse. Doch je mehr ich mich mit dieser neuen Idee beschäftigte, desto mehr wurde mir klar: Ethan gehört in diese Geschichte.
Schottland hat mich schon immer fasziniert. Die nebelverhangenen Gipfel, die raue Küste, die einsamen Landschaften – und natürlich die Menschen. Stur, herzlich, eigen – genau die Art von Charakteren, die perfekt in eine Geschichte voller Geheimnisse, Intrigen und dunkler Machenschaften passen.
Also habe ich meine ursprünglichen Pläne verworfen und Ethan nach Schottland geschickt. Dorthin, wo der Wind unaufhörlich über die Klippen peitscht, wo Geschichte und Gegenwart auf einzigartige Weise miteinander verwoben sind. Es war die richtige Entscheidung. Denn sobald Ethan die Szene betrat, passte plötzlich alles zusammen.
Ich hoffe, ihr habt genauso viel Freude daran, diese Geschichte zu lesen, wie ich sie hatte, als sie sich nach und nach in meinem Kopf formte.
Viel Spaß mit „Öl und Blut“.
Armin Knebel
Prolog:
Dunbar, Schottland – Januar
Der Wind fegte über das weite Grün des Golfplatzes, ließ die kahlen Äste der alten Eichen zittern und trieb eisige Böen über die feuchten Fairways. Der Regen hatte nachgelassen, nur noch ein feiner Niesel schwebte in der Luft, machte das Gras rutschig, die Erde schwer. Über den Klippen, wo die Wellen gegen die schroffen Felsen peitschten, lag dichter Nebel.
Alan Whitmore hatte das Gefühl, beobachtet zu werden.
Er schob die Hände tiefer in die Taschen seines Mantels, der ihm kaum Schutz vor der feuchten Kälte bot. Es war spät, viel zu spät für einen Spaziergang, aber er hatte nachdenken müssen. Die Luft hier draußen war klarer als in den stickigen Büros von Strathmore Oil. Doch jetzt, in der Dämmerung, schien sie plötzlich bedrohlich.
Ein Geräusch ließ ihn innehalten.
Leise. Ein Rascheln. Eine Bewegung zwischen den Stämmen, zu schnell für klare Konturen.
„Hallo?“, rief er, aber seine Stimme verlor sich im Wind.
Ein kaum hörbares Surren.
Der Aufprall war wie ein Hammerschlag gegen seine Brust. Ein Ruck, dann ein brennender Schmerz, als würde seine Lunge zerreißen. Alan taumelte, keuchte, versuchte Luft zu holen – doch sein Körper gehorchte ihm nicht mehr. Seine Knie gaben nach, sein Blick fiel auf den dunklen Schaft, der aus seiner Brust ragte. Ein Armbrustbolzen.
Er wusste nicht mehr, ob er fiel oder einfach nur sank. Der Golfplatz unter ihm wurde dunkler, das Rauschen der Brandung ferner.
Sein letzter Gedanke war kein Gebet.
Es war ein Name.
Dann kam die Kälte – und mit ihr die Stille.
Kapitel 1: „Schottland“
Das Dröhnen der Triebwerke vibrierte durch die Kabine. Ethan spürte es in den Armlehnen, in der kalten Luft, die durch die winzigen Düsen über ihm strömte. Er hasste das Fliegen. Nicht aus Angst – Statistiken waren ihm bestens bekannt –, sondern wegen der Enge, der Reglosigkeit. Während die Welt unter ihm mit fast tausend Stundenkilometern vorbeizog, saß er fest.
Er lockerte unbewusst seinen Griff an der Armlehne, spürte die vertraute Spannung der alten Narbe in seiner Handfläche. Müdigkeit machte sie präsenter. Seine Finger glitten darüber, ein Reflex. Wie oft hatte er sich dabei ertappt?
Sein Blick wanderte durch die Kabine. Eine beiläufige Geste, trainiert über Jahre. Immer auf der Suche nach dem Detail, das nicht passte. Die Reihen vor ihm, die Reihen hinter ihm – unauffällig. Gespräche gedämpft, Gesichter in Bildschirme oder Bücher vertieft. Eine Flugreise wie jede andere.
Er rieb sich die Schläfe, seine Stirn blieb in den gewohnten Falten. Wie oft hatte er diesen Ausdruck schon auf Fotos von sich gesehen? Die leichten grauen Strähnen an den Schläfen, die sich mit den Jahren eingeschlichen hatten, das kantige Gesicht, dessen Ruhe oft als Verschlossenheit missverstanden wurde. Er hatte sich nie groß darum geschert.
Draußen riss die Wolkendecke auf. Unten lag die schottische Küste, gezeichnet von der rauen Brandung. Januar. Der Wind würde eisig sein. Unwillkürlich zog er den Reißverschluss seiner Lederjacke höher. Eine Kälte, die er kannte. Eine, die blieb.
Ein leises Rascheln ließ ihn aufblicken. Eine Zeitung auf dem Sitz neben ihm, achtlos zurückgelassen. Jemand hatte die Seiten grob umgeschlagen, die Ränder unschön verknickt. Sein Blick blieb daran hängen. Die linke obere Ecke, unsauber gefaltet. Er versuchte, es zu ignorieren. Blickte wieder hinaus. Atmete aus. Doch seine Finger zuckten. Fast widerwillig griff er nach dem Blatt, strich die Kante mit dem Daumen glatt. Einmal, dann noch einmal. Erst als das Papier wieder ordentlich lag, lehnte er sich zurück.
Noch ein paar Minuten, dann wäre er wieder auf festem Boden. Doch der eigentliche Grund seiner Reise wartete erst.
Schottland.
Er kannte es gut. Früher war er oft hier gewesen – mit Sam, mit der Arbeit, auf Durchreise. Diesmal kehrte er zurück als Sonderermittler der Lothian and Borders Police. Ein Mordfall. Ungewöhnlich genug, um ihn hierherzuholen.
Eine Armbrust. Er ließ das Wort in seinem Kopf kreisen. Selten. Umständlich. Persönlich. Wer auch immer es getan hatte, hatte sich nicht für den einfachen Weg entschieden.
Ein leises Räuspern riss ihn aus seinen Gedanken. Die Stewardess beugte sich leicht vor.
„Wir beginnen mit dem Landeanflug auf Edinburgh. Bitte stellen Sie Ihre Rückenlehnen aufrecht und schnallen Sie sich an.“
Er nickte nur, rückte sich im Sitz zurecht. Das Flugzeug sank. Durch das Fenster tauchte die Stadt auf – Edinburgh, ihre dunklen Steingebäude, die engen Gassen, das Castle auf seinem Hügel. Ein vertrauter Anblick. Und doch fühlte sich diesmal alles anders an.
Edinburgh empfing ihn mit eisigem Nieselregen, der wie Nadeln gegen die Flughafenfenster peitschte. In der Ankunftshalle roch es nach nassem Leder und bitterem Kaffee. Ethan blieb stehen, die Reisetasche in der Hand, und musterte die Menge. Ein Mann im schwarzen Wollmantel trat vor – Mitte vierzig, kräftig wie ein Rugbyspieler, mit einem Gesicht, das aussah, als habe es jeden Sturm Schottlands überstanden. Kurzgeschorenes dunkelbraunes Haar. Seine Augen, blau wie Gletschereis, erfassten Ethan in Sekunden.
„Detective Sergeant Callum Sinclair“, sagte er, ohne die Hand aus der Manteltasche zu nehmen. Erst als Ethan nickte, reichte er sie ihm – ein Händedruck, fest genug, um Respekt zu signalisieren, nicht genug, um Dominanz zu beanspruchen. „Willkommen in der Hölle aus Regen und Torf.“
„Wie weit ist es nach Dunbar?“, fragte Ethan.
Sinclair musterte ihn kurz, dann hob er leicht die Braue. Ethan kannte diesen Blick – er bekam ihn oft. Er war nicht besonders groß, aber irgendetwas an seiner Haltung ließ Leute oft einen Moment zögern, bevor sie ihn unterschätzten.
„Gute halbe Stunde, wenn das Wetter hält“, erwiderte Sinclair.
„Dann sollten wir los.“
Sinclair nickte und führte ihn durch die Schiebetüren nach draußen. Ein eisiger Wind riss an ihren Mänteln.
Schottland empfing ihn mit Kälte – und mit dem Tod.
***
Der Wind heulte um die Karosserie des dunklen Vauxhall Omega, als sie den Flughafenparkplatz verließen. Die Straßen waren nass, glänzten unter dem diffusen Licht der Mittagssonne, die mühsam durch die tiefhängenden Wolken drang. Tropfen perlten über die Windschutzscheibe und wurden von den gleichmäßigen Bewegungen der Scheibenwischer fortgewischt. Sinclair lenkte den Wagen mit der Lässigkeit eines Mannes, der diese Strecke unzählige Male gefahren war. Seine großen Hände ruhten locker auf dem Lenkrad, während sein Blick konzentriert auf der Straße lag.
Sie fuhren hinaus aus Edinburgh, vorbei an grauen Wohnblöcken, die wie abweisende Festungen in der feuchten Kälte wirkten. Die Stadt wich langsam offenerem Land. In der Ferne tauchten die sanften Hügel von East Lothian auf. Kahle Bäume säumten die Straße, ihre Äste vom Wind gepeitscht, während sich vereinzelte Bauernhöfe mit weitläufigen Weiden in die Landschaft einfügten.
„Die Leiche wurde vor knapp einer Woche gefunden“, sagte Sinclair, ohne den Blick von der Straße zu nehmen.
Ethan zog die Augenbrauen hoch. „Wo genau?“
„Auf dem Golfplatz von Dunbar. Direkt an der Küste.“
Der Golfplatz. Ein offenes Gelände, ungeschützt gegen Wind und Wetter – und perfekt einsehbar. Ethan ließ sich das durch den Kopf gehen.
„Wer war das Opfer?“
„Ein gewisser Alan Whitmore. Hoher Mitarbeiter von Strathmore Oil Ltd.“
Der Name sagte Ethan nichts. „Strathmore Oil?“
Sinclair warf ihm einen kurzen Seitenblick zu. „Spezialisiert auf Öl-Probebohrungen und Explorationen. Sitzen in Edinburgh, aber haben eine Niederlassung in Dunbar. Von dort aus bereiten sie eine neue Plattform in der Nordsee vor.“
Öl. Ethan wusste, dass dieses Geschäft selten sauber war. Zu viel Geld, zu viele Interessen, zu viele Leute, die sich nicht in die Karten schauen lassen wollten.
„Gab es Zeugen?“
Sinclair schüttelte den Kopf. „Keine. Der Kerl wurde gegen Mittag von anderen Golfern gefunden. Mitten auf dem Grün, ein Bolzen direkt in der Brust.“ Er warf Ethan einen kurzen Seitenblick zu. „Ich dachte, Sie hätten den Bericht gelesen?“
Ethan verzog kaum merklich den Mund. „Ich habe erst gestern erfahren, dass ich hierherkomme. Die Akte habe ich heute früh in die Hand gedrückt bekommen – auf dem Weg zum Flughafen.“
Ethan ließ sich gegen die kalte Rückenlehne des Beifahrersitzes sinken. Eine Armbrust – präzise, leise, tödlich.
Sie passierten Tranent, eine kleine Stadt, deren Reihenhäuser in der feuchten Luft dunkel glänzten. Die Hauptstraße war gesäumt von alten Steingebäuden, deren Fassaden von Moos und Regen gezeichnet waren. In Haddington, einer malerischen Marktstadt mit historischen Gebäuden, durchbrach ein kurzer Sonnenstrahl die Wolkendecke und ließ das Wasser auf dem Kopfsteinpflaster schimmern.
Dann, als sie sich Dunbar näherten, breitete sich das Meer vor ihnen aus – grau, wild, voller ungezähmter Kraft.
Sinclair schaltete einen Gang herunter. „Willkommen in Dunbar.“
Dunbar war eine Stadt, die dem Wind trotzte. Er fegte unablässig über die Küstenlinie, riss an den Dächern der alten Steinhäuser, ließ Schilder klappern und Fensterläden schlagen. Die Straßen waren schmal, gesäumt von Gebäuden, deren Fassaden die Spuren der Zeit trugen – dunkle Flecken von salziger Luft, Moos, das sich in den Ritzen des Mauerwerks festgesetzt hatte. Hier, an der Ostküste Schottlands, war das Meer allgegenwärtig. Man konnte es riechen, schmecken, fühlen – ein ständiger Begleiter, der die Menschen lehrte, mit seinen Launen zu leben.
Der Hafen, das Herz der Stadt, war klein, aber belebt. Fischerboote schaukelten in der eisigen Dünung, ihre Rümpfe vom ständigen Kontakt mit den Wellen abgeschliffen. Kisten voller Kabeljau und Schellfisch stapelten sich am Kai, während Möwen gierig darüber kreisten, lauthals kreischend in der Hoffnung auf einen Happen Abfall.
Die Hauptstraße führte durch den historischen Stadtkern, vorbei an alten Pubs mit rußgeschwärzten Schornsteinen, in denen der Duft von Torffeuer und dunklem Ale in der Luft lag. Ein paar Geschäfte, ein Bäcker, eine kleine Metzgerei – es war nicht viel, aber es reichte, um den Bewohnern das Nötigste zu bieten. Die Fenster waren oft beschlagen, drinnen brannten warme Lichter, ein trügerischer Kontrast zur beißenden Kälte draußen. Fußgänger hasteten über das Kopfsteinpflaster, tief in ihre Mäntel gehüllt, die Hände in den Taschen vergraben.
Je weiter man sich vom Zentrum entfernte, desto rauer wurde die Umgebung. Hier gab es weniger Wohnhäuser, mehr offene Flächen. Hügelige Wiesen erstreckten sich in Richtung Küste, von niedrigen Steinmauern durchzogen. Windgepeitschte Grasflächen führten hinab zu den Klippen. Das Wasser war an diesem Tag tiefgrau, unruhig, mit weißen Schaumkronen, die sich an den Felsen brachen.
Am nördlichen Rand der Stadt lag Strathmore Oil Ltd. – ein Fremdkörper in dieser alten Landschaft. Das Gelände erstreckte sich über eine breite Fläche direkt an der Küste, teils auf festem Land, teils auf einer künstlichen Plattform, die weit ins Meer hinausragte. Die Gebäude waren modern, funktional, aus Stahl und Beton, ohne unnötige Ästhetik. Hohe Zäune umgaben das Areal, durchsetzt mit Kameras und Warnschildern, die unmissverständlich klarmachten, dass unbefugtes Betreten nicht geduldet wurde.
Der Geruch von Öl lag in der Luft, vermischt mit der salzigen Gischt des Meeres. Über allem hing das dumpfe Dröhnen von Generatoren und Maschinen, ein ständiger Lärmpegel, der selbst vom Wind nicht gänzlich verschluckt wurde. Ein hoher Turm ragte über das Firmengelände hinaus, rot-weiße Warnlichter blinkten träge in der grauen Mittagsdämmerung. Lkw kamen und gingen, beladen mit Ausrüstung, Rohren, Behältern – alles, was für die Bohrungen in der Nordsee nötig war.
Jenseits der Küste, kaum sichtbar im diesigen Licht, erhob sich eine dunkle Silhouette aus dem Wasser: eine Ölplattform, die sich trotzig gegen Wind und Wellen behauptete. Sie war das eigentliche Herz des Unternehmens, das Ziel all der Arbeit hier an Land. Ein Monstrum aus Stahl und Technik, das mit langen Armen tief ins Erdreich unter dem Meeresboden griff – auf der Suche nach dem schwarzen Gold, das ganze Imperien errichtet und zerstört hatte.
Ethan ließ seinen Blick über das Gelände schweifen. Strathmore Oil war mehr als nur ein Arbeitgeber für die Region. Es war ein Machtfaktor. Ein Unternehmen mit Einfluss, mit Geld, mit Feinden. Und nun mit einer Leiche.
Östlich der Stadt, wo die Klippen sanfter abfielen, lag der Blackcliff Golf & Country Club – einer der ältesten Schottlands. Gegründet zu einer Zeit, als das Spiel noch Adligen und Offizieren vorbehalten war, fügte er sich heute nahtlos in die Landschaft. Die Fairways schlängelten sich entlang der Küste, ungeschützt gegen Wind und Wetter.
Wenn die Böen auffrischten – und das taten sie oft –, wurde jeder Schlag zum Kampf gegen unsichtbare Kräfte. Die Spieler, meist wohlhabende Herren mittleren Alters, mussten sich mit den Launen der Natur arrangieren, die selbst den erfahrensten Golfer verzweifeln ließen.
Doch nicht das raue Wetter hatte den Platz in die Schlagzeilen gebracht. Es war die Leiche, die man hier gefunden hatte – mitten auf dem gepflegten Grün. Ein Körper, kalt und regungslos, mit einem Bolzen tief in der Brust.
Ein Mord, so präzise wie ein perfekter Abschlag. Und genauso beabsichtigt.
© Armin Knebel, 2025
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