Die Werkstatt der verlorenen Geschichten
Was vergessen wurde, ist nicht verloren – es wartet nur darauf, wiedergefunden zu werden.
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Band 2
Klappentext: Was passiert mit Ideen, die nie zu Ende gedacht werden?
Mit Geschichten, die begonnen – und dann vergessen wurden?
Als der zwölfjährige Timo erlebt, wie ein Blatt Papier aus seinem Notizheft verschwindet, beginnt für ihn eine Reise an einen Ort, den kaum jemand kennt:
die Werkstatt der verlorenen Geschichten.
Tief im Wald lebt Bram von Baum, der letzte Geschichtenbauer der Welt. In seiner Werkstatt sammeln sich unfertige Ideen, fliegende Satzreste und Figuren, die nie zu Ende erzählt wurden. Gemeinsam mit seinen Freunden Maja und Milo entdeckt Timo eine Welt, in der Fantasie Arbeit ist – und Unvollendetes seinen Platz hat.
Doch die Werkstatt ist in Gefahr. Ordnung, Regeln und Zahlen rücken näher.
Und plötzlich müssen die Kinder entscheiden, was Geschichten ihnen wirklich bedeuten –
und ob man etwas retten kann, das eigentlich nie fertig sein wollte.
Eine poetische, warmherzige Geschichte über Fantasie, Mut und die Angst vor dem Ende.
Infos
- ASIN: B0GDQBMHXF
- Herausgeber: SaarPoesie
- Erscheinungstermin: 1. Januar 2026
- Sprache: Deutsch
- Seitenzahl der Taschenbuch-Ausgabe: 213 Seiten
- ISBN-13: 979-8241050915
- Lesealter : ab 11 Jahren
- Abmessungen: 12.7 x 1.37 x 20.32 cm
Leseprobe
Vorwort
Manchmal beginnt eine Geschichte nicht mit einem Satz, sondern mit einer Frage.
Was passiert mit den Ideen, die nie aufgeschrieben werden?
Mit den Gedanken, die verschwinden, bevor sie ein Wort werden?
Diese Geschichte ist aus genau solchen Fragen entstanden. Sie ist nicht geplant worden – sie ist gewachsen. Aus Notizen, Bildern, Einfällen, Gesprächen. Und aus dem Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem Geschichten sich sicher fühlen dürfen.
Auch wenn sie noch nicht fertig sind. Oder nie fertig werden.
„Die Werkstatt der verlorenen Geschichten“ ist eine Erinnerung.
An das, was wir beinahe vergessen hätten.
An das, was wir fast verbrannt hätten.
Und an das, was immer wieder neu beginnt.
Ich habe sie nicht geschrieben, um eine Geschichte zu erzählen.
Ich habe sie geschrieben, weil sie da war. Und weil sie nicht verloren gehen durfte.
Armin Knebel

Prolog
Die Werkstatt duftete nach Tinte, altem Papier und einem Hauch von verbrannten Satzzeichen. Durch die leicht geöffnete Tür fiel warmes Frühlingslicht auf den Boden, wo sich Tintenkleckse wie kleine Landkarten ausbreiteten. Überall standen Regale – krumm, vollgestopft, überquellend. Manche schwankten leise, als würden sie schnaufen. Andere hielten den Atem an – einige schon mehrere Jahre.
Bram von Baum saß auf einem Hocker, der mindestens drei Geschichten gehört hatte, bevor er zu quietschen begann. Sein Bart war ein Wirrwarr aus Grau, Weiß und blauen Tintenfäden. Eine Brille rutschte ihm über die Nase, während die zweite in seinem Haar hing wie ein vergessenes Lesezeichen.
Vor ihm auf dem Tisch lag der „Geschichten-Entwirrer“. Ein Metallkamm mit Zinken, die nicht zueinander passten. Wenn Bram ihn durch ein Manuskript zog, sortierten sich Gedanken – oder verhedderten sich noch schlimmer. Jetzt strich er ihn vorsichtig über eine Seite, auf der Wörter sich kräuselten wie nasse Spaghetti. Der Entwirrer vibrierte leise. Ein Satz ordnete sich, ein anderer rollte beleidigt davon.
Ein Quasselfetzen schwebte durch das Fenster. An der Ecke eingerissen, mit einem halben Satz auf dem Bauch. „Dann hat der Prinz… oder war es die Prinzessin gesagt: hups… hier fehlt was!“, rief er und trudelte gegen einen Lampenschirm.
Bram beachtete ihn nicht. Er strich mit der flachen Hand über das Pergament, das unter seinen Fingern raschelte wie eine nervöse Idee. Dann griff er zur Feder, tauchte sie in ein Glas tiefblaue Tinte. Die Flüssigkeit leuchtete, als wäre darin ein kleines Licht gefangen.
Er schrieb. Die Feder kratzte leise, das Pergament sog die Tinte auf wie ein durstiger Schwamm. Worte erschienen, zögerten, setzten sich. Wieder glitt der Entwirrer über den Text. Zwei Sätze tauschten die Plätze. Einer klärte sich auf. Bram nickte kaum merklich.
Dann hielt er inne, schüttelte langsam den Kopf. Seine Hand wanderte zum Kapitelkompass – ein rundes Gerät aus Messing, das leicht zitterte. Der Zeiger zuckte, kreiste, blieb unsicher zwischen zwei Richtungen hängen.
Ein tiefer Seufzer.
In diesem Moment schoss ein Schimmern durch die Luft. Die hyperaktive Fee landete neben seiner linken Schulter – eher kippte sie, als dass sie flog. Sie pustete Glitzer in die Luft. „Mehr Glitzer?“, rief sie fröhlich.
Bram verscheuchte sie mit einer Handbewegung. Sie flatterte auf die andere Seite. „Mehr Glamour?“, fragte sie hoffnungsvoll.
Er atmete langsam aus, dann brummte er: „Bei allen flauschigen Fußnoten – gibst du nie Ruhe?“ Dabei lächelte er sanft, als könne er ihr nicht wirklich böse sein.
Er wandte sich wieder dem Pergament zu. Noch einmal glitt der Geschichten-Entwirrer über die Zeilen. Worte schoben sich zurecht, ein Absatz glättete sich. Bram legte die Feder zur Seite.
Er betrachtete die Seite lange.
Dann lächelte er.
Ja – das würde etwas werden. Da war er sich sicher.
Kapitel 1: „Die Quasselfetzen“
Timo saß auf seinem Teppich, ein Bein angewinkelt, das andere halb unter sich geschoben. Vor ihm lag sein Notizheft – das neueste, mit Eselsohr und Tintenklecks. Die Hausaufgaben waren längst erledigt. Endlich Freizeit. Endlich Zeit für das, was wirklich zählte.
Er schrieb.
Der Anfang einer Geschichte stand schon da. Nur ein paar Zeilen. Ein Junge, ein Dachboden. Mehr noch nicht. Timo starrte auf das Wort „flüsternd“. Überlegte. Strich es durch. Schrieb „murmelnd“. Wieder nicht gut. Er kritzelte weiter, kaute auf dem Ende seines Bleistifts, schrieb.
Dann klingelte es.
Er hörte, wie jemand im Flur die Tür öffnete. Stimmen. Schritte. Er schrieb trotzdem weiter. Ein Satz kam ihm gerade – den wollte er nicht verlieren.
Es klopfte.
„Herein“, sagte Timo, ohne aufzuschauen.
Maja betrat das Zimmer. Wie immer hatte sie ihre kleine Umhängetasche dabei, aus der Stifte ragten. Sie grinste. „Na?“
„Hi“, murmelte Timo, legte den Bleistift beiseite. Maja trat näher, beugte sich über das Notizheft. Ihre Stirn runzelte sich leicht.
„Wird das wieder so ein unfertiges Ding?“, fragte sie.
Timo zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung.“ Dann nahm er die Seite vorsichtig heraus, faltete sie einmal und legte sie in eine Holzbox neben seinem Schreibtisch. Darin lagen schon dutzende andere Seiten. Einige bunt bemalt, andere nur mit drei Worten darauf. Ein Nest aus Anfängen.
Maja sagte nichts. Aber ihre Augenbraue hob sich – die berühmte Fragebraue. Timo erkannte sie sofort. Er grinste schief. „Gehen wir? Milo wartet sicher schon.“
„Klar“, sagte Maja. „Auf geht’s.“
Sie verließen das Haus und gingen die schmale Gasse hinab Richtung Dorfmitte. Mandelbrunn lag eingebettet zwischen sanften Hügeln, mit Häusern, die aussahen, als hätten sie zu lange in der Sonne gelegen – schief, charmant, mit Fensterläden in verblasstem Blau und Grün. Der Dorfladen, die alte Schule, die winzige Bücherei – alles lag nah beieinander, als wolle es sich gegenseitig nicht aus den Augen verlieren.
Vor einem kleinen, modernen Haus klingelten sie. Durch das Glas in der Haustür war zu sehen, wie direkt neben der Klingel eine Leuchte flackerte – stroboskopartig, grell. Ein Signal.
Kurz darauf öffnete Milo die Tür. Er lächelte, begrüßte sie mit einer flüssigen Gebärde. Timo antwortete fast ebenso schnell. Maja winkte. Wie immer. Und sie lächelte dabei – auch wie immer.
Gemeinsam machten sie sich auf den Weg. Raus aus dem Dorf, hinein in den Wald. Die Sonne stand hoch, war warm, aber nicht heiß. Vögel sangen irgendwo. Ein Traktor brummte in der Ferne.
Sie unterhielten sich. Über Schule, über das Fernsehprogramm gestern Abend. Milo gebärdete – ruhig, klar. Timo übersetzte. Manchmal ergänzte Maja, wenn sie etwas verstand. Meistens nickte sie – und stellte dann eine neue Frage.
Die drei waren ein eingeschworenes Team. Jeder anders. Und doch gehörte alles zusammen.
Sie waren fast beim Waldrand, als ihnen ein Mann entgegenkam.
Er war adrett gekleidet – Stoffhose, Weste, eine Brille mit schmalem Rand. In der Hand hielt er eine Karte, so akkurat gefaltet, dass sie beim Bewegen leise knisterte. Er grüßte höflich. Die Kinder erwiderten den Gruß.
Schon waren sie an ihm vorbei, da rief er ihnen nach: „Kinder – ihr wisst nicht zufällig, wo hier der Regelkonforme Fußweg Nummer 7 – Version aktualisiert ab Quartal drei abgeht?“
Sie blieben stehen, sahen sich an.
Der Mann räusperte sich. „Oh… entschuldigung… natürlich Wandertrassenabschnitt Nord-Nordost – sonst könnt ihr das ja nicht zuordnen…“
Keiner sagte etwas. Selbst Maja nicht.
Milo berührte Timo am Arm. Eine schnelle Gebärde. Wer ist das?
Timo zuckte nur mit den Schultern.
Der Mann schien die Gebärde verstanden zu haben. Er lächelte höflich. „Oh, entschuldigung. Wie unhöflich von mir. Mein Name ist Hieronymus-Konrad-Nikodemus-Ottfried-Johann-Benediktus Zins, amtlich geprüfter Oberhauptsachbearbeiter für Katasterangelegenheiten, Dokumentationspflichten, Wegkennziffern, Formularkohärenzen, sowie zuständiger Erstbevollmächtigter für die Überprüfung gemäß Abschnitt 12a der Verordnung über geordnete Wanderwegerfassung und amtlicher Steuerprüfer von Blieskastel – nett, euch hier zu treffen. Aber ihr könnt mir wohl nicht weiterhelfen…“
Wieder nur Schweigen.
Milo blickte fragend zu Timo. Der begann, langsam mit den Händen zu formen… aber schon beim zweiten Vornamen schien er aufzugeben. Maja schüttelte leicht den Kopf. Dann zeigte sie Milo nur ein einfaches Zeichen in Richtung des davonspazierenden Mannes – gefolgt vom Zeichen für: „Hat einen Vogel.“
Milo grinste. Ein kurzes, leises Lachen. Dann nickte er.
Timo atmete erleichtert auf.
Und alle drei gingen weiter.
Der Tag konnte kommen.
***
Doch der Tag war genauso schnell vorbei, wie er gekommen war.
Als die Sonne hinter den Hügeln verschwand, verabschiedeten sich die drei Freunde. Timo machte sich auf den Heimweg. Es gab Abendessen, das wie immer ein bisschen zu schnell verging, ein paar Worte mit seinen Eltern, dann zog er sich zurück in sein Zimmer.
Dort fiel sein Blick auf die Holzbox mit den angefangenen Geschichten.
Er zog das oberste Blatt heraus. Es war noch genau dort, wo er es heute hingelegt hatte. Vorsichtig schlug er es auf, las den ersten Absatz. Der Dachboden, ein geheimnisvolles Murmeln.
Doch irgendetwas stimmte nicht mehr. Der Funke war fort. Der Anfang fühlte sich fremd an – wie etwas, das jemand anders geschrieben hatte.
Timo seufzte leise und legte das Blatt zurück.
Dann kam eine neue Idee. Einfach so, ohne Vorwarnung.
„Der Mond wollte eigentlich nur Ordnung schaffen und sortierte die Wolken nach Formen – doch dabei setzte er aus Versehen eine besonders neugierige Wolke frei, die nun beschließt, zur Erde hinabzusinken und den Kindern etwas Wichtiges zu erzählen.“
Timo setzte sich aufrecht hin.
Ja. Das war es.
Er griff nach einem frischen Blatt, schnappte sich den Bleistift und schrieb: „Es begann an dem Tag, an dem der Mond versehentlich die Wolken sortierte…“
Dann stockte er. Wie sortierte man Wolken? Nach Größe? Nach Flauschigkeit?
Er überlegte, schrieb weiter. Erst zögernd, dann flüssiger. Die Sätze kamen nicht perfekt, aber sie kamen. Immer mehr.
Timo schrieb und schrieb – bis es plötzlich an der Tür klopfte.
Seine Mutter. „Timo, ab ins Bett jetzt. Es ist schon spät.“
Er hatte gar nicht bemerkt, wie dunkel es geworden war. Die Zeiger seiner Uhr standen kurz vor Mitternacht.
Widerwillig legte er den Zettel auf den Schreibtisch und machte das Licht aus. Nur der Mond draußen war noch wach.
Timo lag im Bett. Wach. Gedankenwirbel. Wolkenformen. Was, wenn der Mond wirklich Ordnung liebte? Er drehte sich auf die Seite. Auf den Rücken. Auf die andere Seite.
Sein Blick fiel auf den Schreibtisch.
Da lag das Blatt.
Und dann geschah es.
Ein winziger Funke – hell wie ein Stern – löste sich vom Papier. Er flackerte, zog eine glitzernde Spur in die Luft und begann, sich zu drehen. Plötzlich formte sich ein kleiner Zettel, schwebte über dem Tisch – und sprach: „…und dann stritten die Wolken darüber, wer die schönste Form hat—äh, Moment, Wolken können doch gar nicht—“
Timo setzte sich ruckartig auf. Der Zettel flatterte aufgeregt durch die Luft, umrundete seinen Kopf, knickte ein, richtete sich wieder auf.
„…schönste Form? Wie soll das… Es ist Nacht! Keine Wolken…“
Dann – zisch! – war er durch das gekippte Fenster verschwunden.
Timo starrte hinterher.
War das gerade wirklich passiert?
Er sprang auf, zog sich in Windeseile an, schlich sich auf Socken die Treppe hinunter, durch die Küche, hinaus in die Nacht.
Vorne, über dem Weg, sah er den Zettel. Er funkelte. Er flatterte. Und er sprach noch immer: „…und dann hat die doofe Kumuluswolke wieder behauptet, sie wäre flauschiger als ich—LÜGE!“
Timo rannte los.
Die Notiz driftete Richtung Waldrand, den gleichen Weg entlang, den sie mittags gegangen waren. Timo rannte, stolperte über einen Bordstein, fing sich wieder. Der Zettel war schneller.
Doch er verlor ihn nicht aus den Augen.
„…und der Mond hat mich einfach in die falsche Schublade geschoben, ich bin NICHT Kategorie Fluff!“, beschwerte sich die Notiz, immer leiser werdend.
Dann – nichts mehr.
Sie war verschwunden.
Timo blieb stehen.
Er drehte sich einmal im Kreis, horchte in die Stille. Nur der Wind in den Bäumen. Über ihm spannten sich die Sterne wie eine Karte voller geheimer Orte. Der Wald sang – leise, in einer Sprache, die niemand erklären konnte.
Langsam drehte er sich um und ging zurück.
Das würden ihm die anderen niemals glauben.
Aber das war egal.
Denn eines wusste Timo jetzt ganz sicher: Sie würden dieses Geheimnis gemeinsam lüften.
***
Am nächsten Tag saßen Maja und Milo auf dem Teppich in Timos Zimmer. Die Box mit den angefangenen Geschichten stand offen, das Blatt vom Vorabend lag aufgeschlagen daneben – doch diesmal sprach es nicht.
„Das hast du bestimmt geträumt!“, sagte Maja.
Timo schwieg. Er hatte sich das auch lange überlegt. Die halbe Nacht lag er wach, hatte sich alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Die Stimme des Zettels, das Licht, das Funkeln, das verschwundene Papier. Und je länger er darüber nachdachte, desto sicherer war er sich geworden: Es war kein Traum gewesen.
Im Raum war es so still, dass jedes Geräusch fehlte.
Dann hob Milo die Hände.
Er gebärdete: Was jetzt?
Maja verstand sofort. Sie hatte dieselbe Frage. Doch auch sie sagte nichts.
Milo bewegte wieder die Hände, langsamer, deutlicher: Wir müssen nochmals zu der Stelle – nachschauen. Vielleicht sehen wir tagsüber die Dinge besser.
Timo übersetzte laut, obwohl es eigentlich nicht nötig war. Alle drei schauten sich an. Und nickten.
Sie machten sich auf den Weg.
Wieder gingen sie den Pfad entlang, hinaus aus Mandelbrunn, zwischen Wiesen und Bäumen hindurch. Die Sonne stand schon hoch, die Luft war weich, voller Frühling. Vögel riefen aus den Ästen. Das Gras am Wegrand war noch feucht vom Tau.
„Wo sind wir hier eigentlich genau?“, fragte Maja, während sie sich durch ein paar niedrige Zweige schob.
Timo zeigte nach Osten. „Zwischen Mandelbrunn und Leienbruch. Da drüben liegt das Nachbardorf.“
Sie suchten. Hinter Büschen, unter Wurzeln, zwischen Moos und Steinen. Maja spähte sogar in ein altes Kaninchenloch. Milo hob einen Ast an, der wie ein verdrehter Buchstabe aussah. Timo lief langsam, mit gespannter Miene, ließ den Blick wandern.
Seine Gedanken kreisten. Irgendwo… hier vielleicht…?
Nichts.
Er kniete sich hin, strich über das Gras. Der Zettel muss ja irgendwo wohnen, dachte er. Sonst wäre er nicht hierhergekommen.
Und in dem Moment, als er diesen Gedanken dachte, sah er es.
Am Wegrand. Zwischen zwei knorrigen Bäumen. Ein Haus.
Klein. Windschief. Mit Fenstern, die wie müde Augen aussahen.
„Leute…“, flüsterte Timo.
Die anderen drehten sich zu ihm um. Und verstummten sofort.
Denn auch sie sahen es – und auch sie waren sich sicher: Eben stand das noch nicht da.
Nicht gestern.
Nicht jemals.
Milo hob langsam die Hände. Seit wann steht hier ein Haus?
Maja antwortete leise: „Gute Frage…“
Sie gingen darauf zu.
Das Haus war aus hellem Holz gebaut, aber überzogen mit dunklen Flecken, als hätte die Zeit daran gekratzt. Das Dach war mit Moos bewachsen. Eine Regenrinne hing schief wie ein zu langer Satz. Vor der Tür stand ein kleiner Steintopf, in dem nichts wuchs – außer Papierfetzen.
Und über der Tür – hing ein Zeichen.
Eine schlichte Metallhalterung trug ein rundes Schild, das langsam im Wind schaukelte. Darauf: eine große, altmodische Feder, die in ein Tintenfass tunkte. Unter dem Fass: ein winziger, offener Buchrücken. Kein Name, keine Worte. Nur das Symbol.
Es war wie das Wappen eines Berufs, den niemand mehr kannte.
Timo trat als Erster vor. Er zögerte kurz, legte dann die Hand auf die Klinke.
Die Tür quietschte leise, als er sie öffnete. Eine kleine Glocke über ihm bimmelte – nicht hell, sondern alt und kratzig. Dann trat er ein.
Maja und Milo folgten ihm – ohne Worte, ohne zu wissen, warum.
Und was sie dann sahen, ließ sie für einen Moment einfach nur stehenbleiben.
Denn sie hatten viel erwartet.
Aber nicht das, was jetzt vor ihnen lag.
Die Werkstatt war … unmöglich.
Ein Raum, der nicht groß war – und doch endlos wirkte. Wände, die sich zu biegen schienen, als hätten sie zu viele Ideen gespeichert. Regale bis zur Decke, überfüllt mit Büchern, Kästen, Papieren, Flaschen, Pinseln, kleinen Fläschchen, Zahnrädern und Dingen, für die es keine Namen gab. Es duftete nach altem Holz, nach warmer Tinte, nach Staub und Papier, das lange geschwiegen hatte.
In der Luft wirbelten Lichtpunkte, als hätte jemand Gedanken zerschnitten und in winzige Glühfäden verwandelt. Auf den Tischen lagen Notizhaufen, die sich gelegentlich selbst sortierten. Ein Kronleuchter, bestehend aus umgedrehten Tintengläsern, tropfte rhythmisch – in leeren Abständen.
Und mitten im Raum saß ein Hund.
Zumindest sah es auf den ersten Blick so aus. Ein großer, zotteliger Bernhardiner mit treuen Augen und einem wedelnden Schwanz, der langsam hin und her schlug wie ein Metronom. Er beobachtete die drei Kinder aufmerksam – nicht feindselig, aber sehr genau.
Dann, ohne Vorwarnung, sauste ein Stück Papier vorbei. Es zog Funken hinter sich her, flatterte wie ein nervöser Gedanke durch die Werkstatt und plapperte aufgeregt: „Achtung! Ich bin ein wichtiges Wort! …glaub ich.“
Die Kinder folgten ihm mit den Blicken, verdutzt.
Ein zweiter Fetzen kam hinterher, leicht zerknittert, mit Tintenspritzern: „Drama! DRAMA! — Oh, falsche Geschichte.“ Er prallte gegen ein Regal, wirbelte herunter und blieb dort liegen, murmelnd.
„Das sind Quasselfetzen“, sagte eine Stimme.
Am Ende des Raumes stand ein älterer Mann. Klein, aber mit der Präsenz eines Baumes, der schon viele Stürme erlebt hatte. Seine Haare standen in alle Richtungen, struppig, weiß, durchzogen von blauen und violetten Tintenflecken. Sein langer Bart sah aus wie ein Wollknäuel aus vergangenen Geschichten – übersät mit Farbspritzern.
Seine Augen waren warmgrau. Sie funkelten. Neugierig. Wach. Und sie ruhten jetzt auf den drei Kindern.
Er trug eine Cordhose, ein Hemd, dessen Originalfarbe längst hinter Tintenspuren verschwunden war, und eine Weste mit zahllosen Taschen. Aus einer davon lugte ein zerzauster Quasselfetzen hervor, der vor sich hin murmelte: „Niemand bewegt sich! Ich habe eine Idee! …ah, vorbei.“
Maja machte einen Schritt nach vorne. „Quasselfetzen?“, fragte sie.
Der Mann fuhr sich langsam mit der Hand durch den Bart, als müsste er eine Antwort heraussuchen. Dann kam er einen Schritt näher. „Ja. Quasselfetzen.“
Jetzt trauten sich auch die anderen. Milo trat neben Maja, Timo zögerte nur kurz – dann schloss er auf. Obwohl Milo kein Wort gehört hatte, stand in seinem Blick: Ich verstehe mehr, als ihr denkt.
Timo räusperte sich. „Was sind Quasselfetzen? Ich hab noch nie davon gehört.“
Der Mann setzte sich gemächlich an einen geneigten Schreibtisch. Alt. Voller Kerben. In der Mitte war ein Tintenglas eingelassen, daneben lagen Federn, Pergament, lose Zettel, Notizen, Skizzen. Einige flackerten leicht im Licht – als wollten sie gelesen werden.
„Satzreste“, sagte der Mann. „Oder Anfänge von Geschichten. Gedanken… Flüchtige. Eine vergessene Frage.“ Er ließ die Worte im Raum stehen, als müssten sie selbst entscheiden, wohin sie gehörten. Dann fügte er hinzu: „Das sind Quasselfetzen.“
Milo hob langsam die Hände. Und wer sind Sie?
Timo wollte gerade übersetzen – doch bevor er etwas sagen konnte, antwortete der Mann bereits: „Mein Name ist Bram von Baum. Der letzte aktive Geschichtenbauer der Welt.“
Die drei sagten nichts. Die Worte hingen in der Luft wie ein ganz neuer Gedanke.
Geschichtenbauer? Quasselfetzen? Der letzte?
Timo war es, der sich als Erster wieder fasste. „Ein Geschichtenbauer? Was genau ist das?“
Da klapperte es aus der Ecke.
Ein kleiner Soldat humpelte heran – kaum einen Meter groß, aus Holz und Stoff gefertigt, mit einem Knopf als Auge und einem Bein aus lackiertem Blech. Wie eine liebevoll gebaute Spielzeugfigur – nur verblichen und etwas schief. Auf seiner Schulter thronte ein Quasselfetzen und rief theatralisch: „Ich klebe nicht an dir! Du klebst an MIR! Ganz eindeutig!“
Die Kinder wichen erschrocken einen Schritt zurück.
Aber niemand schrie. Niemand rannte.
Denn so merkwürdig es war – nichts davon wirkte gefährlich.
Nur wie etwas, das lange gewartet hatte, endlich wieder gesehen zu werden.
Bram erhob sich – sachte, leise. Als würde er den Moment nicht stören wollen.
Er kam einen Schritt auf die Kinder zu und sagte: „Keine Angst… das ist der stumme Soldat. Er ist harmlos.“
Milo hob die Hände. Was ist er?
Bram antwortete nicht sofort. Er sah zu dem kleinen Soldaten, der nun still an einem Tischbein lehnte. Dann suchte er in seinem Bart nach Worten, als wären sie zwischen den Tintenflecken verloren gegangen. Schließlich sagte er langsam: „Er ist das, was von einer Heldenfigur für Kinder übrig bleibt, wenn seine Geschichte nie zu Ende geschrieben wurde.“
Dabei sah er Timo direkt an. Nicht streng. Aber wie jemand, der etwas meint – und es nicht zum ersten Mal gesagt hat.
Timo schaute schnell weg. Als hätte ihn jemand beim Schummeln ertappt. Wie oft hatte er selbst Geschichten begonnen – und dann einfach… aufgehört.
Da ertönte eine andere Stimme. Hell, hoch, wie eine kleine Glocke, die zu viel Zucker gegessen hatte.
„Ooooh – wir haben Besuch?“
Etwas flatterte zwischen den Regalen hervor.
Eine Fee. Oder das, was einmal eine Fee werden sollte.
Ihr Kleid bestand aus Papierfetzen, Kleberesten und alten Glitzerfragmenten. Ihre Flügel – transparent, knickig, aus altem Transparentpapier – schlugen unsicher. Ihre Haare waren wild, pink-goldene Striche, grob angemalt. Ihre Augen riesig, glänzend – wie aus einem Kinderbuch ausgeschnitten.
Sie zog eine Spur Feenstaub hinter sich her, der in Wahrheit einfach lose Glitzerreste waren. Mit zittrigem Stolz versuchte sie zu schweben – was allerdings eher wie ein Rumplen wirkte. Dann krachte sie gegen eine Lampe, stürzte ab, fiel auf den Boden, rappelte sich ächzend wieder hoch und hustete eine kleine Glitzerwolke.
Bram seufzte. „Oje… war ja klar, dass du hier auftauchst. Gestatten: Das ist die hyperaktive Fee.“ Dann deutete er auf den Hund. „Und das… ist Berno.“
Der große Hund – Berno – hatte alles bisher schweigend beobachtet. Als sein Name fiel, erhob er sich langsam. Streckte sich. Die Ohren zuckten.
Er trottete gemächlich auf Milo zu, neigte den Kopf, stubste ihn sanft mit der Schnauze.
Erst jetzt bemerkten die Kinder die seltsamen Details: Auf Bernos Rücken lagen kleine, schuppige Flächen. Und aus seinen Schultern ragten winzige Flügel – wie aus Pappe geschnitten, schief und leicht eingerissen, als wären sie von einem Schultheater übrig geblieben. Außerdem sabberte er… Tinte.
Milo streichelte vorsichtig seinen Kopf.
Bernos Schweif begann leicht zu leuchten. Es war kein helles Licht – eher ein leises. Warm. Bewegend.
„Er mag dich“, sagte Bram ruhig.
Maja trat näher, runzelte die Stirn. „Was ist… er?“
„Eine verzauberte, unvollendete Figur“, antwortete Bram. „Halb Bernhardiner, halb Drachenentwurf – aus einer alten Geschichte, die nie vollendet wurde.“
Die Fee verschränkte die Arme, flatterte leicht zickig auf und ab. „Na toll… und über mich spricht wieder keiner.“
Dann erhob sie sich etwas, schwebte mühsam in Richtung Timo. „Dich mag ich… weil du chaotisch bist.“
Sie flatterte um seinen Kopf, setzte über zur anderen Seite und sagte erneut: „Und gleichzeitig mag ich dich nicht… weil du chaotisch bist.“
Sie flog zu Maja – und erschrak leicht. „Du bist zu impulsiv… aber… ich vertraue dir…“
Dann flatterte sie zu Milo. Blieb plötzlich still. Setzte sich auf seine Schulter. Und sagte nichts mehr.
Sie sah ihn einfach nur an. Verträumt. Ohne Glitzer. Ohne Geklimper.
Bram seufzte. Tief. Lang.
„Willkommen in der Werkstatt“, murmelte er.
Maja sah sich noch einmal um – an den Regalen vorbei, über die schwebenden Zettel hinweg, zu dem alten Tisch mit Tintenklecks-Spuren und seltsamen Werkzeugen. Dann sagte sie: „Was ist das für eine Werkstatt? Sowas habe ich noch nie gesehen. Und… was machen Sie hier?“
Bram lachte kurz. Es klang ein wenig rostig, aber nicht unfreundlich. „Sie? So hat mich schon lange niemand mehr genannt.“ Er schmunzelte. „Ihr könnt ruhig Bram zu mir sagen – und mich duzen.“
Doch auf Majas Frage antwortete er nicht sofort. Stattdessen drehte er sich um, griff in ein Regal und zog ein uraltes, eingerolltes Pergament hervor. Die Ecken waren gewellt, als hätten sie viele Sommer gesehen. Er legte es auf den Schreibtisch, den Rücken noch immer den Kindern zugewandt.
Milo berührte Timo leicht am Ellbogen, dann gebärdete er: Was passiert hier? Was macht er?
Bevor Timo antworten konnte, seufzte Bram – als hätte er Milos Frage gehört, ohne sie sehen zu müssen.
„Ein Geschichtenbauer ist ein uralter, fast vergessener Beruf“, sagte er ruhig, während seine Finger über das Pergament strichen. „Früher gab es viele von mir – Meister, die Geschichten erkannten, pflegten, ordneten und weitersponnen. Heute gibt es nur noch einen: mich.“
Timo trat einen Schritt näher. „Wir haben das Haus hier noch nie gesehen…“
Bram drehte sich um, seine Augen funkelten. „Lass mich raten… du hast an das Haus gedacht und dich gleichzeitig auf etwas anderes konzentriert?“
Timo blinzelte. Dann dachte er zurück – an vorhin, an seinen Gedanken: Der Zettel muss ja irgendwo wohnen. Er hatte nach dem Quasselfetzen gesucht, aber gleichzeitig an ein Zuhause für ihn gedacht.
„Ja…“, sagte er leise. „Woher wissen Sie…“, er korrigierte sich, „…weißt du das?“
Bram lächelte wissend. „Man kann die Werkstatt nur finden, wenn man zufällig an sie denkt, während man sich eigentlich auf etwas anderes konzentriert.“
Milo hob wieder die Hände: Und du erfindest Geschichten?
Bram schüttelte langsam den Kopf, sein Blick ruhig. „Ich erfinde sie nicht – ich baue sie. Das ist ein großer Unterschied.“
Die Kinder tauschten Blicke. Die Worte mussten sich erst setzen, wie frische Tinte, die langsam ins Papier zieht.
Da flatterte ein Quasselfetzen durch die Luft, zog einen Lichtschweif hinter sich her und rief: „Wenn ich mich selbst falte… wer bin ich dann?“
Maja lachte. „Ich mag die Quasselfetzen.“
Bram lachte mit. „Ja… aber sie können manchmal ziemlich nerven.“
Milo gebärdete: Welche Geschichten hast du gebaut?
Bram sah nachdenklich aus – nicht traurig, aber weit weg. In seinen Augen lag ein Schimmer, der nach alten Zeiten roch. „Hmmmm… ich weiß nicht, ob ihr je von meinen Geschichten gehört habt. Ihr müsst wissen: Die Welt träumt weniger. Geschichten sterben nicht… aber sie hören einfach auf, wenn niemand auf sie lauscht. Sie verblassen, weil es lauter wird. Die Menschen fragen weniger. Staunen weniger.“
Timo sagte leise: „Ich mag Geschichten.“
Bram nickte, als hätte er das längst gewusst. „Aber du bringst sie nie zu Ende. Du bist ein Anfangmacher.“
Timo runzelte die Stirn. „Ein was?“
„Ein Anfangmacher“, wiederholte Bram. „Die hyperaktive Fee hat es auf den Punkt gebracht. Du hast Chaos in dir – du bist noch kein Fertigmacher. Aber du hast auch Herz, Funken und Mut. Dinge, die man braucht, um Geschichten zu bauen.“
Timo überlegte, die Stirn leicht gerunzelt, als müsste er all die neuen Gedanken erst ordnen. Doch bevor einer von ihnen etwas sagen konnte, erhob Bram wieder die Stimme – sanft, aber bestimmt.
„Aber ihr solltet jetzt gehen… es ist spät geworden. Die Sonne geht bereits unter.“
Erst jetzt bemerkten die Kinder, wie tief das Licht durch die schrägen Fenster fiel, golden und langgezogen. Die Schatten hatten sich verändert, dehnten sich über den Boden, als wollten sie ihnen leise etwas zuflüstern. Hatte sich die Zeit hier anders bewegt? Oder hatte sie nur anders geschienen?
Maja sah Bram fragend an. „Dürfen wir wiederkommen?“
Bram lachte kurz, leise. „Natürlich… das ist eine Werkstatt. Fragt ihr den Schuhmacher oder den Bäcker, ob ihr kommen dürft? Ihr geht einfach rein. Wie ihr die Werkstatt findet, wisst ihr ja jetzt.“
Milo hob die Hände: Ist das hier Magie… oder so?
Bram wurde ernst. Er sah Milo lange an, ehe er antwortete. „Magie? Ach, Milo… Das hier ist einfach Fantasie, die vergessen hat, dass sie eigentlich unsichtbar sein wollte. Wenn man sie lange genug freundlich anschaut, wird sie sichtbar. Und wenn du sie anschaust, wird sie sogar ruhig.“
Die Kinder sahen sich an. Kein Wort fiel. Doch sie dachten alle dasselbe: Niemand hatte sich vorgestellt… und doch kannte Bram ihre Namen. Zumindest den von Milo.
Als hätte er ihre Gedanken erraten, fügte Bram hinzu: „Ich nenne es lieber: Arbeit, die sich traut, zu träumen. Wenn Menschen etwas mit Herz anfassen, fangen Dinge manchmal an zu glühen. Das sieht dann sehr nach Magie aus – aber eigentlich ist es Mut.“
Sie standen noch einen Moment, als wollten sie etwas sagen – fanden aber keine passenden Worte.
Ein letzter Quasselfetzen flog durch die Luft, flatternd, glitzernd, völlig aufgelöst: „Wer hat das Komma erschreckt? Es flüchtet schon wieder! Bleib hier, du langgezogener Punkt!“
Berno wollte bellen – doch es kam nur ein sanftes Prusten, das wie ein glühender Hauch in die Luft stieg. Funken stoben aus seiner Schnauze. Ein Drachenversuch eben.
Dann verließen die drei die Werkstatt.
Draußen war es still geworden. Die Sonne war fast verschwunden. Auf dem Pfad zurück ins Dorf wurde es mit jedem Schritt dunkler.
Sie liefen nebeneinander her. Wortlos. Nicht aus Unsicherheit – eher, weil jedes Wort zu klein schien für das, was sie erlebt hatten.
Schließlich sagte Maja leise: „Ich mag Bram. Und Berno. Und die Quasselfetzen. Und den stummen Soldat.“
Milo hob die Hände – doch Maja kam ihm zuvor: „…jaja, und die zickige kleine hyperaktive Fee auch.“
Timo blickte nach vorn, zum Horizont. „Gehen wir morgen wieder hin?“
Alle drei blieben stehen. Kein Lächeln. Kein Nicken. Es war nicht wirklich eine Frage. Eher eine Zusicherung.
Was sie noch nicht wussten: Schon bald würde sich alles bei Bram und seinen Werkstattbewohnern ändern.
Und nicht zum Guten.
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© Armin Knebel, 2026
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