Projekte abseits meiner Bücher
Nicht alles, was ich schreibe, landet zwischen zwei Buchdeckeln. Einige meiner spannendsten Arbeiten sind aus Experimenten entstanden – aus Neugier, Spieltrieb und dem Wunsch, neue Formen auszuprobieren.
Mein erstes größeres Projekt war das „Willenlos-Magazin“ (2014–2015), eine satirische Onlinezeitung. Dort habe ich mich mit Sprache als Werkzeug für Überzeichnung und Kritik beschäftigt. Es ging weniger darum, Realität abzubilden, sondern sie bewusst zu verzerren – humorvoll, manchmal bissig, aber immer mit einem klaren Blick auf die Absurditäten des Alltags.
Einige Jahre später folgte mit „BrainAFK“ (2020–2022) ein ganz anderes Format. Hier stand die Welt der Videospiele im Mittelpunkt. Statt Satire ging es mehr um Einordnung, Meinung und das Erzählen innerhalb digitaler Welten. Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie stark Spiele als narratives Medium funktionieren können – und wie viel sich darüber sagen lässt, wenn man sie ernst nimmt.
Ein Herzensprojekt begleitet mich schon deutlich länger: „Robert der Delfin“ (seit 2009). Dabei handelt es sich um Kurzgeschichten für Kinder – leicht zugänglich, oft mit einem kleinen Augenzwinkern, aber immer mit dem Anspruch, etwas Positives zu vermitteln. Dieses Projekt ist für mich ein kreativer Gegenpol zu meinen anderen Arbeiten: direkter, klarer und emotional unverstellter.
Darüber hinaus entstehen immer wieder Kurzgeschichten, die keinem festen Rahmen folgen. Manche sind Experimente, andere Momentaufnahmen – kleine Ideen, die ihren eigenen Raum brauchen und genau deshalb nicht in größere Projekte passen.
All diese Arbeiten haben eines gemeinsam: Sie sind Ausdruck meines Bedürfnisses, mich nicht auf ein Format festzulegen. Ich schreibe, um auszuprobieren, um Perspektiven zu wechseln – und manchmal auch einfach, um mich selbst zu überraschen.
Meine ersten Projekte entstanden allerdings schon lange vor diesen Arbeiten: In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren entwickelte ich verschiedene Programme und Spiele, darunter das Mailbox-Spiel „KIOSK“ und „RAM Defrag“, das 2003/2004 mit dem Isidor Award ausgezeichnet wurde.