Weil ... Du!
Zwei Fremde. Ein Blick. Und plötzlich wird aus Unsichtbarkeit etwas, das alles verändert.
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„Weil … Du!“ Platz 6 der Kindle-Charts (Top 100 – Gratis).


Klappentext: Eine Geschichte über Narben, Mut und die leise Kraft der Liebe.
Emilie (17) hat sich längst daran gewöhnt, unsichtbar zu sein. Die Narben auf ihrer Wange erzählen eine Geschichte, die sie lieber verbergen würde. Doch als die Welt plötzlich Masken trägt, geschieht das Unerwartete – zum ersten Mal kann sie sich frei bewegen, ohne Blicke, ohne Fragen.
Mit Maske war sie … normal.
Ohne Maske war sie … gezeichnet.
Dann begegnet sie Marc. Neu in der Stadt, voller eigener Zweifel und mit einer eigenen Vergangenheit. Er sieht Emilie – nicht nur ihr Gesicht, sondern alles, was sie zu verstecken versucht. Und mit jedem Gespräch, jedem stillen Moment zwischen ihnen wird klar: Manchmal ist es nicht die Welt, die sich ändern muss. Sondern die Art, wie wir sie ansehen.
Einfühlsam, berührend und voller leiser Poesie – eine Geschichte darüber, was es bedeutet, wirklich gesehen zu werden.
Infos
- ASIN: B0F2HH5B13
- Herausgeber: SaarPoesie
- Erscheinungstermin: 25. März 2025
- Sprache: Deutsch
- Seitenzahl der Taschenbuch-Ausgabe: 288 Seiten
- ISBN-13: 979-8312991079
- Abmessungen: 12.7 x 1.83 x 20.32 cm
Leseprobe
♥ Für Sabrina ♥
Vorwort:
Liebe ist mehr als nur ein Wort. Sie ist leise und laut zugleich, sanft und doch so überwältigend, dass sie unser ganzes Leben verändert. Liebe ist nicht nur das, was wir in romantischen Momenten spüren – sie ist Freundschaft, Familie, die leise Vertrautheit zwischen zwei Menschen, die sich wirklich sehen. Sie ist das Band, das uns verbindet, selbst wenn wir uns verloren glauben.
Diese Geschichte ist ein Teil von mir – immer. Sie war in meinen Gedanken, in meinen Träumen, in den stillen Momenten, in denen ich nach Worten gesucht habe, um das auszudrücken, was tief in mir schlummert. Ich habe sie nicht nur geschrieben, ich habe sie gefühlt. Mit jeder Zeile, jedem Dialog, jedem Blick, den die Figuren miteinander tauschen.
Es gibt so viele Arten von Liebe, und jede einzelne verdient es, erzählt zu werden. Die Liebe, die uns festhält, wenn wir fallen. Die, die uns die Kraft gibt, weiterzumachen, selbst wenn wir glauben, nicht genug zu sein. Die Liebe, die in einem einfachen Lächeln liegt, in einem Blick, in einer Berührung, die mehr sagt als tausend Worte.
Diese Geschichte ist mein Herzenswunsch. Sie ist für all jene, die sich jemals anders gefühlt haben, die dachten, sie seien nicht genug, die sich nach etwas Echtem sehnen. Sie ist für dich – weil jeder Mensch es verdient, geliebt zu werden.
Mit all meiner Liebe,
Armin Knebel

Prolog:
Die Sonne stand tief am Himmel, als Marc zum letzten Mal einen Blick durch sein Zimmer warf. Die Regale waren leer, der Schreibtisch aufgeräumt, und nur die helleren Stellen an den Wänden verrieten, wo einst Poster von Fußballidolen hingen. Ein seltsames Gefühl breitete sich in ihm aus – nicht Trauer, nicht Freude, sondern eine merkwürdige Mischung aus Abschied und Erwartung.
Mit einem Seufzen drehte er sich um und öffnete den Kleiderschrank. Die letzten Kleidungsstücke, die er noch nicht in seinen Koffer gepackt hatte, lagen ordentlich gefaltet auf dem Bett. Er griff nach seinem Lieblingshoodie, dem mit dem leicht ausgefransten Ärmelsaum, und stopfte ihn zwischen die Jeans und T-Shirts. Seine Fußballschuhe legte er vorsichtig daneben. Sie waren mehr als nur ein Paar Schuhe – sie waren Erinnerungen an unzählige Trainings-einheiten, an Siege und Niederlagen, an die vertrauten Stimmen seiner Teamkollegen.
Er schloss den Koffer mit einem dumpfen Klicken und ließ sich für einen Moment auf die Matratze sinken. Seine Hände strichen über die Tagesdecke, während sein Blick durch das Fenster glitt. Die Dächer der Nachbarhäuser wirkten im warmen Licht des späten Nachmittags fast golden. Ross-on-Wye, seine Heimatstadt, wirkte an diesem Tag friedlich – und doch wusste er, dass er sie bald hinter sich lassen würde.
„Alles fertig?“ Die Stimme seines Vaters riss ihn aus seinen Gedanken. Er lehnte im Türrahmen, die Arme verschränkt, mit diesem ruhigen, prüfenden Blick, den Marc so gut kannte.
Marc nickte langsam. „Ja. Ich glaube schon.“
Sein Vater musterte ihn einen Moment, dann trat er näher und klopfte ihm leicht auf die Schulter. „Es wird anders sein. Aber anders muss nicht schlecht sein.“
Marc zuckte mit den Schultern. „Ich weiß.“ Er wusste es wirklich – doch das machte es nicht einfacher. „Ich hoffe nur, dass ich mich nicht völlig fehl am Platz fühle.“
Richard grinste. „Du bist flexibel. Du wirst deinen Platz finden.“
Marc erwiderte das Lächeln nicht ganz so überzeugt. Doch er stand auf, nahm seinen Koffergriff fest in die Hand und atmete tief durch. Noch ein letzter Blick ins Zimmer – leer, bereit für den nächsten Bewohner. Bereit für das, was nach ihm kommen würde.
Er folgte seinem Vater den Flur entlang, die Treppe hinunter und hinaus in die kühle Abendluft. Der Umzugswagen wartete bereits, und während er seine Tasche auf die Rückbank legte, spürte er, wie sich ein Knoten in seiner Brust bildete.
Shoreham-by-Sea. Eine neue Stadt. Ein neues Zuhause.
Und vielleicht – ein neuer Anfang.
Teil 1: „Und dann war da jemand“
08.03.2020
Die Sonnenstrahlen durchbrachen die grauen Wolken und tauchten Emilies Zimmer in sanftes, goldenes Licht. Ein Sonntag. Kein Schulstress, keine Hausaufgaben. Nur ein freier Tag, der sich träge vor ihr ausbreitete.
Nur noch eine Woche bis zu ihrem Geburtstag. Sie würde Siebzehn werden – das klang fast erwachsen.
Sie drehte sich auf den Rücken, blinzelte gegen das Licht und griff nach ihrem Handy auf dem Nachttisch. 10:23 Uhr – spät genug, um sich aus dem Bett zu quälen. Langsam schob sie die Decke zur Seite, streckte sich und schwang die Beine aus dem Bett. Der Teppich war weich unter ihren Füßen, doch ein kühler Luftzug zog durchs Zimmer. Draußen war es sicher noch frisch.
Mit müden Schritten verließ sie ihr Zimmer und ging ins obere Bad. Das große, moderne Badezimmer wirkte beinahe luxuriös – breite, graue Fliesen, eine freistehende Badewanne, eine geräumige Glasdusche. Über den Doppelwaschbecken hing ein großer Spiegel, in dem sich das Morgenlicht fing. Die weißen Handtücher auf der schmalen Ablage waren ordentlich gefaltet, daneben standen ihre Pflegeprodukte in einer dezenten Reihe. Emilie trat näher und betrachtete ihr Spiegelbild.
Die grünen Augen stachen in der Reflexion heraus, ihr braunes Haar fiel in losen Strähnen über die Schultern. Aber es waren die Narben, die zuerst ins Auge fielen. Blass, silbern, verwoben mit der zarten Haut ihrer linken Wange. Sie zogen sich bis zum Mundwinkel, über den Hals hinunter zur Schulter. Sie kannte jede Unebenheit, jede Linie. Und doch nahm sie sie kaum noch wahr. Sie waren einfach da – ein Teil von ihr.
Ohne nachzudenken, griff sie nach der kleinen Tube mit Narbengel, drückte eine kühle Portion auf ihre Fingerspitzen und massierte es sanft in die Haut ein. Eine vertraute Routine, mechanisch ausgeführt. Dann putzte sie sich die Zähne, spülte den Mund aus und verließ das Bad wieder.
In ihrem Zimmer schob sie die Vorhänge ganz zur Seite und ließ das Tageslicht herein. Ihr Zimmer hatte sich verändert – es war kein typisches Teenagerzimmer mehr mit überladenen Wänden voller Poster.
Einige ihrer Lieblingsbilder hingen noch, ein altes Green-Day-Poster an der Tür, daneben ein eingerahmtes Bild vom Strand, das Olivia ihr geschenkt hatte. Ihr Schreibtisch war aufgeräumt, bis auf ein paar verstreute Bücher und ihren Laptop. Über dem Bett lagen einige Kissen, darunter ein abgenutzter Stoffhase – Daggi, ihr geheimes Überbleibsel aus Kindertagen.
Sie zog sich an – eine dunkle Jeans, ein bequemer Pullover in gedeckten Farben. Unauffällig – genau, wie sie es mochte.
Als sie die Treppe hinunterging, umfing sie der Duft von Kaffee und Toast. Die Küche war modern, funktional, mit klaren Linien und ohne unnötigen Kitsch. Weiß, mit einer dunklen Holzarbeitsplatte, Edelstahlgeräte, alles sauber und aufgeräumt.
Am Tisch saßen ihre Eltern. Ihr Vater, Jonathan, hielt eine Tasse Kaffee in der Hand und musterte sie mit einem schmunzelnden Blick. „Morgen – endlich aus dem Bett gefallen?“ Seine Stimme klang warm, neckend, aber ohne Spott. Er sah sie mit den gleichen grünen Augen an, die sie im Spiegel betrachtet hatte.
Ihre Mutter, Sarah, war bereits tief in Unterlagen vertieft, ein Stapel Akten vor sich. Ohne aufzusehen murmelte sie: „Morgen, Schatz.“ Ihre Stimme war freundlich, aber abwesend. Ihre dunklen Haare waren locker hochgesteckt, und ein paar Strähnen hatten sich gelöst, fielen ihr ins Gesicht.
„Morgen“, erwiderte Emilie und setzte sich. Ihr Platz war bereits gedeckt – Toast, Marmelade, ein Glas Orangensaft. Sie begann zu essen, ihr Magen knurrte.
„Na? Welche Pläne stehen heute an?“ fragte ihr Vater, während er den letzten Schluck aus seiner Tasse nahm.
„Strand“, sagte Emilie zwischen zwei Bissen. „Später noch zu Kate.“
Neben dem Tisch, mitten in einem sonnigen Fleck auf dem Boden, lag Bello – der kleine Chihuahua, zusammengerollt wie eine schlafende Katze. Direkt neben ihm stand sein Körbchen, doch das lag im Schatten und wurde wie immer ignoriert.
Emilie schüttelte grinsend den Kopf. „Typisch Bello.“
Beim Klang seines Namens hob der kleine Hund träge den Kopf und wedelte langsam mit dem Schwanz über den Boden, ohne sich zu bewegen.
Sie grinste. Es fühlte sich nach einem guten Morgen an.
Die Tür fiel leise ins Schloss, als Emilie das Haus verließ. Der Himmel über Shoreham-by-Sea war ein weites, blasses Blau, durchzogen von zarten Wolkenschleiern. Die Luft war kühl, mit einer leichten Salzbrise, die vom Meer herüberwehte. Sie zog den Reißverschluss ihres Pullovers höher und schob die Hände in die Taschen.
Woodards View war eine ruhige, schmale Straße, gesäumt von gepflegten Vorgärten und den typischen Backsteinhäusern, die in ihrer gleichmäßigen Anordnung fast zu perfekt wirkten.
Ein älterer Herr mit einem Cocker Spaniel grüßte sie mit einem knappen Nicken, doch Emilie erwiderte es nur flüchtig. Sie hatte nie viel mit den Nachbarn gesprochen. Sie war die stille Harper-Tochter mit den Narben im Gesicht – ob die Leute das wirklich dachten oder ob es nur ihr eigener Schatten war, wusste sie nicht.
Der Weg zum Strand führte sie vorbei an der kleinen Parkanlage, in der spielende Kinder sich um die Schaukeln stritten. Ihre Stimmen waren hell, ausgelassen – so unbeschwert, wie Emilie es nie gewesen war. Sie wandte den Blick ab, ließ ihre Schritte schneller werden.
Bald erreichte sie die High Street – Shorehams Hauptstraße war nie überfüllt, aber stets belebt. Kleine Läden reihten sich aneinander – ein Buchladen mit schiefen Regalen, ein Blumenladen, dessen Duft nach Lavendel und Rosen süß in der Luft hing, ein altes Kino, das vor allem Klassiker spielte. Emilie mochte diese Straße, aber sie fühlte sich hier fehl am Platz, wie eine Statistin in einer Welt, die nicht für sie gemacht war.
Dann das vertraute Geräusch der Möwen. Ihr Blick hob sich, und sie sah die breite Fußgängerbrücke über den River Adur, der träge Richtung Meer floss. Langsam überquerte sie die Brücke, die Hände am kühlen Metallgeländer. Auf der anderen Seite lag das offene Meer, und das leise Rauschen der Wellen erreichte bereits ihre Ohren.
Der Strand war weitläufig und menschenleer – zumindest an diesem Vormittag. Emilie trat über den Kies. Ihre Stiefel sanken leicht in die kleinen, glatten Steine. Sie blieb stehen, während der Wind an ihr zerrte, ihre Haare in alle Richtungen wehte. Der Horizont war ein verschwommener Strich, wo das Meer in den Himmel überging.
Sie war allein. Und es fühlte sich nicht einmal schlecht an.
Ihr Geburtstag war in einer Woche. Sie atmete tief ein. Was sollte es schon? Es würde wie immer sein – ihre Eltern, Liv, Kate. Und Bello. Natürlich Bello.
Sie würden da sein, weil sie sie mochten. Aber wäre jemand da, weil er sie wirklich brauchte?
Freunde? Welche Freunde?
Sie kannte die Antwort. Schon immer. Von der ersten Klasse an hatte sie gelernt, was sie war: ein Monster. Ein Zombie. Ein Mädchen mit einem geschmolzenen Gesicht.
Das Schlimmste an der Schule? Nicht die Worte. Nicht die schiefen Blicke. Sondern die Angst, sich zu wehren. Was hätte sie tun sollen? Kämpfen? Zurückschreien? Sie hatte nie gewusst, wie. Also war sie still geblieben. Unsichtbar. Unauffällig. Abstand war einfacher.
Sie seufzte, griff in ihre Tasche nach den Ohrstöpseln. Ein Knopfdruck, und Taylor Swifts Stimme erfüllte ihre Ohren.
Emilie ließ die Worte auf sich wirken. Dann drehte sie sich um, ging den Weg zurück. Schritt für Schritt.
Ihr Fahrrad lehnte am Zaun ihres Hauses. Sie schwang sich darauf, trat in die Pedale. Der Wind rauschte an ihr vorbei, während sie durch die Straßen von Shoreham fuhr. Der Weg war ihr vertraut – vorbei an der alten Kirche, die Schatten über den Bürgersteig warf, vorbei an den bunten Häusern in Southlands Avenue.
Das Sea Breeze Café tauchte vor ihr auf, mit seinen blauen Fensterrahmen und den kleinen, runden Tischen draußen. Ein Ort, an dem sie nicht unsichtbar war.
Ein Ort, an dem Kate auf sie wartete.
♥
Das Sea Breeze Café war ein Ort mit Seele. Klein, aber voller Leben. Die Fensterrahmen, ein verblasstes Himmelblau, passten perfekt zu den runden Holztischen, die sich aneinanderschmiegten wie alte Freunde. Das Licht, das durch die große Frontscheibe fiel, wurde von der warmen Holzvertäfelung an den Wänden aufgenommen, während der Duft von frisch gemahlenem Kaffee und warmen Croissants die Luft erfüllte. Im Hintergrund lief das Radio – eine sanfte, unaufdringliche Melodie, die sich mit dem leisen Klappern von Tassen und den Stimmen der Gäste vermischte.
Es war gut besucht – fast alle Tische besetzt. Einheimische saßen in kleinen Grüppchen zusammen, vertieft in Gespräche, während die wenigen Touristen, die sich bereits hierher verirrt hatten, vorsichtig durch die Speisekarte blätterten. Noch war es ruhig. In zwei Monaten würde sich das ändern – dann würde das Café aus allen Nähten platzen, sobald die Sommergäste Shoreham überfluteten.
Emilie trat hinter den Tresen, wo Kate gerade mit einer Hand Kaffeebohnen nachfüllte und mit der anderen die Kasse bediente. Ihre Haare waren wie immer in einem lässigen Dutt gebunden, einige Strähnen hatten sich gelöst und wippten bei jeder Bewegung mit.
„Hey, Mädchen.“ Ein Lächeln huschte über Kates Lippen, bevor sie Emilie mit einem kurzen, festen Druck an sich zog. „Bereit für den Wahnsinn?“
„Bereit geboren“, erwiderte Emilie trocken und erwiderte die Umarmung, ehe sie in den kleinen Raum verschwand, der nur für das Personal bestimmt war.
Dort hingen einige Spinde an der Wand, ein abgenutztes Sofa stand in der Ecke, und auf einem niedrigen Tisch stapelten sich unordentlich gefaltete Schürzen. Emilie zog sich um – das berühmte Sea Breeze Café-Outfit. Eine schlichte schwarze Jeans, dazu ein lockeres, beigefarbenes T-Shirt mit dem runden Logo des Cafés auf der Brust: eine gezeichnete Kaffeetasse, aus der sich eine stilisierte Meereswelle erhob. Darüber eine anthrazitfarbene Schürze, die an den Ecken bereits abgewetzt war.
Als sie wieder hervortrat, ließ sie den Blick durch das Café schweifen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Ihre Finger glitten unbewusst über die Schürzenbänder, während sie die Gäste musterte.
Kate deutete mit einer Kopfbewegung zu einem Tisch in der hinteren Ecke. „Die da hinten brauchen noch Tee und Kaffee.“
Emilie nickte und trat an die große Espressomaschine – ein Ungetüm aus Edelstahl, Rohren und Düsen, das auf den ersten Blick mehr an eine industrielle Dampfmaschine erinnerte als an ein Küchengerät. Sie füllte einen Siebträger mit frisch gemahlenem Kaffee, drückte ihn routiniert fest und setzte ihn in die Maschine. Während das dunkle Gold langsam in die Tasse floss, griff sie nach einer anderen und füllte sie mit heißem Wasser. Ein Teebeutel kam hinzu – fertig.
Sie balancierte das Tablett durch den Raum und blieb schließlich an einem Tisch mit vier jungen Männern stehen. Touristen. Zwei von ihnen hatten ihre Getränke bereits, die anderen beiden nickten ihr kurz zu, als sie die dampfenden Tassen vor ihnen abstellte. Emilie zwang sich zu einem Lächeln, wünschte einen schönen Tag und drehte sich um.
Kaum hatte sie ein paar Schritte getan, begann das Getuschel.
„Hast du gesehen …?“
„Verdammt, das ist ja–“
Dann Gelächter.
Ihre Schultern verkrampften. Die Wärme des Cafés – eben noch wohltuend – verpuffte. Ein vertrautes Stechen in der Brust. Nicht neu. Nicht überraschend. Und doch immer wieder schmerzhaft.
Sie zwang sich, den Kopf gerade zu halten, ging langsam zurück zum Tresen, wo Kate bereits auf sie wartete.
„Na, na, na … was machst du denn für ein Gesicht?“ Kates Augen musterten sie aufmerksam, ihr Ton war gespielt beiläufig.
„Alles gut.“ Emilie zwang sich zu einem Grinsen, aber es fühlte sich falsch an.
Das Lachen am Tisch wurde lauter.
Kate folgte ihrem Blick und hob langsam eine Braue. Mit einer knappen Geste deutete sie auf den Tisch. „Die da?“
Emilie nickte stumm.
Kate legte ohne zu zögern das Handtuch beiseite, schob sich die Ärmel hoch und marschierte auf den Tisch zu.
„Oh, schmecken die Getränke nicht?“ Ihre Stimme klang ruhig, fast freundlich. „Seltsam. Anderen schmeckt’s.“ Sie ließ ihre Worte eine Sekunde lang in der Luft hängen, dann setzte sie nach: „Vielleicht liegt’s an eurem Gesichtsausdruck.“
Die vier verstummten. Einer von ihnen schluckte sichtbar.
Ohne ein weiteres Wort zog Kate ihren Notizblock hervor, riss einen Zettel ab und ließ ihn auf den Tisch gleiten. „Hier – die Rechnung. Und tschüss.“
Kein Widerspruch. Kein Protest. Nur betretenes Schweigen.
Emilie hätte es ihr danken sollen. Aber stattdessen wandte sie den Blick ab, biss sich auf die Lippe und spürte, wie sich ein Kloß in ihrem Hals bildete.
Sie wollte keine Szenen. Sie wollte einfach nur unsichtbar sein.
Kate zwinkerte ihr zu – und Emilie erwiderte die Geste beinahe automatisch. Eine wortlose Verständigung, ein Moment der Normalität, der in der dichten, warmen Atmosphäre des Cafés kaum auffiel.
Doch dann kippte die Stimmung. Die sanfte Hintergrundmusik verstummte, ersetzt durch die kühle Stimme einer Radioreporterin.
„Hier ist BBC News. Die britische Regierung berät weiterhin über drastische Maßnahmen zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus. Premierminister Boris Johnson erklärte heute in einer Pressekonferenz, dass alle Bürger angehalten sind, nicht notwendige Reisen und soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Wissenschaftliche Berater warnen, dass sich die Lage in den kommenden Tagen weiter zuspitzen könnte. Schulen bleiben vorerst geöffnet, doch es wird erwartet, dass sich dies in Kürze ändern könnte. Während in Italien bereits strikte Ausgangssperren gelten, steigen auch in Großbritannien die Infektionszahlen rasant. Experten sprechen von einer kritischen Phase, in der das Gesundheitssystem vor enormen Herausforderungen steht. Weitere Informationen folgen in den nächsten Stunden.“
Für einen Moment schien die Welt stillzustehen. Das Klappern von Geschirr, das Murmeln der Gäste – all das trat in den Hintergrund. Kate hatte die Hand auf der Espressomaschine ruhen lassen, ihre Augen verengt.
Dann schnaubte sie leise, legte eine Hand auf Emilies Schulter und sagte nur zwei Wörter: „Verdammte Seuche.“
Emilie nickte stumm. Es gab nichts weiter zu sagen.
♥♥
Der Himmel über der Küstenstraße war in tiefes Blau getaucht, während der letzte Schein der Abendsonne auf den fernen Horizont traf. Dünne, zerfaserte Wolken zogen über das Firmament, während der Wind kräftig vom Meer her blies und die kahlen Bäume am Straßenrand zum Zittern brachte. In der Ferne schimmerten bereits die ersten Lichter von Shoreham-by-Sea – ein kleines Netz aus Straßenlaternen, das sich wie ein leuchtendes Muster in die dunkler werdende Landschaft legte.
Marc saß auf dem Beifahrersitz, den Kopf leicht gegen das kühle Fenster gelehnt. Sein Blick folgte den vorbeiziehenden Feldern und Hügeln, die sich langsam in die flachere Küstenlandschaft verwandelten. Der Regen der letzten Tage hatte die Wiesen in ein sattes Grün getaucht, und hin und wieder tauchten kleine Dörfer auf, deren Häuser sich eng aneinanderdrängten, als suchten sie Schutz vor dem Wind.
Er öffnete kurz sein Handy, tippte in die Suchleiste und ließ sich die Ergebnisse anzeigen. Dann lehnte er sich zurück und sagte mit einem nachdenklichen Ton: „Ich habe mal auf Google geschaut. Shoreham FC heißt der Fußballverein hier.“
Sein Vater warf ihm einen kurzen Blick zu, ehe er sich wieder auf die Straße konzentrierte. „Das ist doch toll – da kannst du dein Training fortsetzen.“ Seine Stimme klang ruhig, fast beiläufig, aber Marc kannte ihn gut genug, um die unterschwellige Zufriedenheit herauszuhören. Richard wusste, wie wichtig Fußball für ihn war.
Marc zuckte leicht mit den Schultern. „Ja, mal sehen, wie die drauf sind. Der Club in Ross war klein, aber das Team war gut eingespielt.“
„Und du warst ein wichtiger Teil davon.“
Marc schnaubte leise. „Ich war kein Starspieler.“
„Vielleicht nicht. Aber verlässlich, ein Teamplayer. Und das ist manchmal mehr wert.“
Sie schwiegen für einen Moment, während das Auto eine sanfte Kurve nahm und sich die Straße langsam Richtung Küste senkte. Der Wind nahm zu, ließ die Äste der knorrigen Bäume am Straßenrand heftig hin und her tanzen.
„Es wird anders.“ Marc fuhr sich durchs Haar. „Neuer Club. Neue Schule. Neue Leute.“
Richard nickte. „Ja. Aber du wirst dich einfinden. Das hast du immer getan.“
Marc ließ den Kopf wieder gegen die Scheibe sinken und betrachtete die vorbeiziehende Landschaft. Die sanften Hügel von Herefordshire, die ihm so vertraut gewesen waren, hatten längst flacheren, offeneren Landstrichen Platz gemacht. Hier, näher an der Küste, gab es weniger Wald, weniger das Gefühl von Geborgenheit zwischen hohen Bäumen. Dafür lag in der Ferne die weite Unendlichkeit des Meeres.
„Es ist ganz anders hier als in Ross“, sagte er nachdenklich.
Sein Vater lächelte leicht. „Deshalb der Umzug … ich brauche neue Inspiration. Ein neues Umfeld. Ross ist auch ganz okay – aber am Meer … die Küste … dort kann ich viel besser schreiben.“
Marc sah ihn von der Seite an. „Du schreibst über Mordfälle und Verbrechen. Und das geht besser mit Meeresrauschen im Hintergrund?“
Richard lachte leise. „Du wärst überrascht, was die richtige Atmosphäre ausmachen kann.“
Marc grinste und sah wieder nach draußen. Er wusste, dass sein Vater diesen Umzug nicht nur aus kreativen Gründen gewollt hatte. Es war ein Neuanfang – für sie beide. Und vielleicht war das gar nicht so schlecht.
♥♥♥
© Armin Knebel, 2025
Alle Rechte vorbehalten.
Diese Leseprobe darf nicht ohne ausdrückliche Genehmigung vervielfältigt, verbreitet oder veröffentlicht werden.
Kundenrezensionen (Auszüge)
★★★★★ – Eine sensible Reise in die verwundbare Seele der Liebe Rezension auf Amazon:
„Eine leise und zugleich überwältigende Geschichte über Verletzlichkeit, Selbstakzeptanz und die heilende Kraft echter Verbindung.“
★★★★★ – Zart, emotional und voller echter Momente Rezension auf Amazon:
„Besonders eindrucksvoll wirkt, wie still und behutsam das Buch Themen wie Scham, Selbstwert und erste Liebe miteinander verwebt. Ein berührender Jugendroman über Mut, Verletzlichkeit und die Kraft von Nähe.“
★★★☆☆ – Cover und Titel überarbeitungswürdig Rezension auf Amazon:
„Die Geschichte selbst ist ruhig, sensibel und emotional erzählt. Was jedoch deutlich überarbeitet werden sollte, sind Buchtitel und Cover. Beide werden dem Inhalt nicht gerecht und wirken wenig zeitgemäß sowie unklar in ihrer Aussage.“
A story about scars, courage, and the quiet strength of love.
Seventeen-year-old Emilie has long since grown used to being invisible. The scars on her cheek tell a story she’d rather keep hidden. But when the world suddenly begins to wear masks, something unexpected happens – for the first time, she can move through it freely. No stares. No questions.
With a mask, she was … normal.
Without it, she was … marked.
Then she meets Marc – new in town, burdened with doubts of his own and a past he doesn’t talk about. But Marc sees Emilie – not just her face, but everything she’s been trying to hide. And with every conversation, every quiet moment they share, it becomes clear: sometimes it’s not the world that needs to change, but the way we choose to see it.
Tender, moving, and full of quiet poetry – this is a story about what it truly means to be seen.
Product details
- ASIN: B0F5WCL52K
- Publisher: SaarPoesie
- Publication date: 21 April 2025
- Language: English
- Print length: 286 pages
- ISBN-13: 979-8315458081
- Dimensions: 12.7 x 1.83 x 20.32 cm
Read sample
♥ For Sabrina ♥
Foreword:
Love is more than just a word. It is both quiet and loud at the same time, gentle and yet so overwhelming that it changes our entire lives. Love is not only what we feel in romantic moments – it is friendship, family, the quiet familiarity between two people who truly see each other. It is the bond that connects us, even when we feel lost.
This story is a part of me – always. It lived in my thoughts, in my dreams, in the silent moments when I searched for words to express what lay deep within me. I did not just write it; I felt it. With every line, every dialogue, every glance the characters exchange.
There are so many kinds of love, and every single one deserves to be told. The love that holds us when we fall. The one that gives us strength to go on, even when we believe we are not enough. The love that lies in a simple smile, in a look, in a touch that speaks more than a thousand words.
This story is my heartfelt wish. It is for all those who have ever felt different, who thought they were not enough, who long for something real. It is for you – because every person deserves to be loved.
With all my love, Armin Knebel

Prologue:
The sun hung low in the sky as Marc cast one last glance around his room. The shelves were empty, the desk neatly tidied, and only the lighter patches on the walls revealed where posters of football idols had once been. A strange feeling spread through him – not sadness, not joy, but a peculiar blend of farewell and anticipation.
With a sigh, he turned and opened his wardrobe. The last few pieces of clothing, not yet packed into his suitcase, lay neatly folded on the bed. He reached for his favourite hoodie, the one with the slightly frayed sleeve, and stuffed it between his jeans and T-shirts. His football boots he placed carefully beside them. They were more than just a pair of shoes – they held memories of countless training sessions, of victories and defeats, of the familiar voices of his teammates.
The suitcase clicked shut with a dull snap, and for a moment, he let himself sink onto the mattress. His hands ran over the bedspread as his gaze drifted out of the window. The rooftops of the neighbouring houses shimmered almost golden in the warm light of the late afternoon. Ross-on-Wye, his hometown, seemed peaceful on this day – and yet he knew he would soon leave it behind.
“All set?” His father’s voice pulled him from his thoughts. He was leaning in the doorway, arms crossed, with that calm, scrutinising look Marc knew so well.
Marc nodded slowly. “Yeah. I think so.”
His father studied him for a moment, then stepped closer and gave his shoulder a light pat. “It’ll be different. But different doesn’t have to be bad.”
Marc shrugged. “I know.” And he really did – but that didn’t make it any easier. “I just hope I don’t feel completely out of place.”
Richard grinned. “You’re adaptable. You’ll find your place.”
Marc returned the smile, though not quite as confidently. Still, he stood up, tightened his grip on the suitcase handle, and took a deep breath. One last look at the room – empty, ready for its next occupant. Ready for whatever would come after him.
He followed his father down the hallway, down the stairs, and out into the cool evening air. The moving van was already waiting, and as he placed his bag on the back seat, he felt a knot tighten in his chest.
Shoreham-by-Sea. A new town. A new home.
And maybe – a new beginning.
Part 1: „And Then There Was Someone“
8th March 2020
Sunlight broke through the grey clouds, casting a soft, golden glow over Emilie’s room. A Sunday. No school stress, no homework. Just a free day stretching lazily before her.
Only one more week until her birthday. She would be seventeen – that almost sounded grown-up.
She rolled onto her back, blinking against the light, and reached for her phone on the bedside table. 10:23 AM – late enough to drag herself out of bed. Slowly, she pushed the duvet aside, stretched, and swung her legs over the edge. The carpet was soft beneath her feet, yet a cool draft whispered through the room. It was probably still chilly outside.
With sleepy steps, she left her room and headed to the upstairs bathroom. The large, modern space felt almost luxurious – wide, grey tiles, a freestanding bathtub, a spacious glass shower. Above the double sinks hung a large mirror, catching the morning light. The white towels on the narrow shelf were neatly folded, and her skincare products stood in a tidy row beside them. Emilie stepped closer and studied her reflection.
Her green eyes stood out sharply in the glass, her brown hair falling in loose strands over her shoulders. But it was the scars that caught the eye first. Pale, silvery, woven into the delicate skin of her left cheek. They traced their way to the corner of her mouth, down her neck, disappearing beneath her shoulder. She knew every uneven ridge, every line. And yet, she barely noticed them anymore. They were simply there – a part of her.
Without thinking, she reached for the small tube of scar gel, squeezed a cool portion onto her fingertips, and gently massaged it into her skin. A familiar routine, performed mechanically. Then she brushed her teeth, rinsed her mouth, and left the bathroom.
Back in her room, she pulled the curtains fully aside, letting daylight flood in. Her room had changed – it was no longer the typical teenager’s space with walls cluttered with posters.
Some of her favourite pictures still hung there, an old Green Day poster on the door, next to a framed photo of the beach Olivia had given her. Her desk was tidy, save for a few scattered books and her laptop. A few cushions lay across her bed, among them a worn-out stuffed rabbit – Daggi, a secret remnant from childhood.
She got dressed – dark jeans, a comfortable jumper in muted tones. Unobtrusive – just the way she liked it.
As she descended the stairs, the scent of coffee and toast enveloped her. The kitchen was modern, functional, all clean lines and no unnecessary clutter. White, with a dark wooden worktop, stainless steel appliances, everything spotless and in order.
Her parents were sitting at the table. Her father, Jonathan, held a cup of coffee in his hands, eyeing her with an amused look. “Morning – finally fallen out of bed?” His voice was warm, teasing, but without mockery. He had the same green eyes she had just seen in the mirror.
Her mother, Sarah, was already buried in documents, a stack of files in front of her. Without looking up, she murmured, “Morning, love.” Her voice was kind but distracted. Her dark hair was loosely pinned up, with a few strands escaping to frame her face.
“Morning,” Emilie replied, taking her seat. Her place was already set – toast, marmalade, a glass of orange juice. She started eating, her stomach grumbling.
“So? Any plans for today?” her father asked, taking the last sip from his cup.
“The beach,” Emilie said between bites. “Later, I’ll head to Kate’s.”
Beside the table, right in a sunlit patch on the floor, lay Bello – the little Chihuahua, curled up like a sleeping cat. His basket sat in the shade nearby, but, as always, he ignored it.
Emilie shook her head with a grin. “Typical Bello.”
At the sound of his name, the little dog lazily lifted his head and wagged his tail slowly across the floor, without bothering to move.
She smiled. It felt like a good morning.
The door clicked shut softly as Emilie left the house. The sky above Shoreham-by-Sea was a vast, pale blue, streaked with wisps of clouds. The air was cool, carrying a light, salty breeze drifting in from the sea. She pulled the zip of her jumper higher and shoved her hands into her pockets.
Woodards View was a quiet, narrow street lined with well-kept front gardens and the typical brick houses, so uniform they almost looked too perfect.
An elderly man with a Cocker Spaniel greeted her with a brief nod, but Emilie only returned it half-heartedly. She had never spoken much with the neighbours. She was the quiet Harper girl with the scars on her face – whether that was what people really thought or just her own shadow whispering in her mind, she wasn’t sure.
The path to the beach led her past the small park, where children squabbled over the swings. Their voices were bright, carefree – as carefree as she had never been. She looked away, quickening her pace.
Soon, she reached the High Street – Shoreham’s main road was never overcrowded, but always lively. Small shops lined the street – a bookshop with crooked shelves, a florist whose scent of lavender and roses hung sweetly in the air, an old cinema that mostly showed classics. Emilie liked this street, but she always felt out of place here, like an extra in a world not made for her.
Then came the familiar cry of seagulls. Her gaze lifted, and she saw the broad footbridge spanning the River Adur, the water flowing lazily towards the sea. Slowly, she crossed the bridge, her hands resting on the cool metal railing. On the other side lay the open sea, and the soft murmur of the waves was already reaching her ears.
The beach stretched out wide and empty—at least on this morning. Emilie stepped across the pebbles, her boots sinking slightly into the small, smooth stones. She stopped, feeling the wind tug at her, whipping her hair in every direction. The horizon was a blurred line where the sea melted into the sky.
She was alone. And it didn’t even feel bad.
Her birthday was in a week. She took a deep breath. So what? It would be like always—her parents, Liv, Kate. And Bello. Of course, Bello.
They would be there because they liked her. But would anyone be there because they truly needed her?
Friends? What friends?
She knew the answer. Always had. From the very first year of school, she had learned what she was: a monster. A zombie. A girl with a melted face.
The worst thing about school? Not the words. Not the sideways glances. But the fear of fighting back. What should she have done? Fought? Shouted back? She had never known how. So she had stayed silent. Invisible. Unremarkable. Distance was easier.
She sighed and reached into her pocket for her earbuds. A press of a button, and Taylor Swift’s voice filled her ears.
Emilie let the words wash over her. Then she turned and walked back the way she had come. Step by step.
Her bike was leaning against the fence of her house. She swung onto it and pushed the pedals. The wind rushed past her as she cycled through the streets of Shoreham. The route was familiar—past the old church, its shadow stretching across the pavement, past the colourful houses on Southlands Avenue.
The Sea Breeze Café appeared ahead, with its blue window frames and small round tables outside. A place where she wasn’t invisible.
A place where Kate was waiting for her.
♥
The Sea Breeze Café was a place with soul. Small, yet brimming with life. The window frames, a faded sky blue, perfectly complemented the round wooden tables that nestled against one another like old friends. The light streaming through the large front window was absorbed by the warm wooden panelling on the walls, while the scent of freshly ground coffee and warm croissants filled the air. In the background, the radio played—a soft, unobtrusive melody blending with the gentle clatter of cups and the murmur of conversation.
It was busy—almost every table taken. Locals sat in small groups, engrossed in conversation, while the few tourists who had already found their way here leafed cautiously through the menu. For now, it was quiet. In two months, that would change—once the summer visitors flooded Shoreham, the café would be bursting at the seams.
Emilie stepped behind the counter, where Kate was simultaneously refilling the coffee beans with one hand and operating the till with the other. Her hair was tied up in its usual casual bun, with a few loose strands bouncing with every movement.
„Hey, love.“ A quick smile flickered across Kate’s lips before she pulled Emilie into a brief, firm hug. „Ready for the madness?“
„Born ready,“ Emilie replied dryly, returning the embrace before disappearing into the small staff-only room.
Lockers lined the walls, a worn-out sofa sat in the corner, and a low table was piled with untidily folded aprons. Emilie changed into the famous Sea Breeze Café outfit—a simple pair of black jeans, a loose beige T-shirt with the café’s round logo on the chest: a sketch of a coffee cup, from which a stylised ocean wave rose. Over it, she tied a charcoal-grey apron, its edges already frayed from wear.
When she stepped back out, she let her gaze sweep over the café, taking everything in. Her fingers absentmindedly brushed over the apron ties as she observed the guests.
Kate gestured with her chin towards a table in the back corner. „That lot still need their tea and coffee.“
Emilie nodded and moved to the large espresso machine—a stainless steel beast of pipes and nozzles that looked more like an industrial steam engine than a kitchen appliance. She filled a portafilter with freshly ground coffee, tamped it down expertly, and locked it into place. As the dark gold liquid slowly dripped into the cup, she grabbed another and filled it with hot water, adding a tea bag—done.
Balancing the tray, she wove through the room and stopped at a table with four young men. Tourists. Two already had their drinks; the other two gave her a brief nod as she placed the steaming cups in front of them. Emilie forced a smile, wished them a pleasant day, and turned away.
She had barely taken a few steps before the whispering began.
„Did you see—?“
„Bloody hell, that’s—“
Then laughter.
Her shoulders tensed. The café’s warmth—so comforting just moments ago—vanished. That familiar sting in her chest. Not new. Not unexpected. And yet, it hurt every time.
She forced herself to keep her head high, walking slowly back to the counter, where Kate was already watching her.
„Oi, what’s with the face?“ Kate’s eyes studied her closely, her tone light but probing.
„It’s fine.“ Emilie forced a grin, but it felt wrong.
The laughter at the table grew louder.
Kate followed her gaze and slowly raised a brow. With a sharp nod, she indicated the table. „Them?“
Emilie gave a silent nod.
Without hesitation, Kate set her towel aside, rolled up her sleeves, and strode towards the table.
„Oh, don’t like the drinks?“ Her voice was calm, almost friendly. „Strange. Other people seem to enjoy them.“ She let her words hang in the air for a second before adding, „Maybe it’s your faces that are the problem.“
The four fell silent. One of them swallowed visibly.
Without another word, Kate pulled out her notepad, ripped off a slip, and let it flutter onto the table. „Here—the bill. And goodbye.“
No protest. No argument. Just awkward silence.
Emilie should have thanked her. But instead, she averted her gaze, biting her lip as a lump formed in her throat.
She didn’t want a scene. She just wanted to be invisible.
Kate gave her a wink—and Emilie returned the gesture almost automatically. A wordless understanding, a fleeting moment of normality that barely disrupted the café’s warm, bustling atmosphere.
But then, the mood shifted. The gentle background music faded, replaced by the cool, clipped voice of a radio reporter.
„This is BBC News. The British government continues to deliberate over drastic measures to contain the novel coronavirus. Prime Minister Boris Johnson stated in a press conference today that all citizens are urged to minimise unnecessary travel and social contact. Scientific advisers warn that the situation could escalate further in the coming days. Schools will remain open for the time being, though this is expected to change soon. While strict lockdowns are already in place in Italy, infection rates in the UK are also rising rapidly. Experts describe this as a critical phase, with the healthcare system facing immense challenges. Further updates will follow in the coming hours.“
For a moment, the world seemed to stand still. The clatter of dishes, the murmuring of guests—everything faded into the background. Kate had stopped mid-motion, her hand resting on the espresso machine, her eyes narrowing.
Then she let out a quiet snort, placed a hand on Emilie’s shoulder, and uttered just two words: „Bloody plague.“
Emilie gave a silent nod. There was nothing more to say.
♥♥
The sky above the coastal road was painted a deep shade of blue, as the last glow of the evening sun met the distant horizon. Wispy, frayed clouds drifted across the heavens, while the wind blew fiercely from the sea, making the bare trees along the roadside tremble. In the distance, the first lights of Shoreham-by-Sea shimmered—a small network of street lamps forming a glowing pattern against the darkening landscape.
Marc sat in the passenger seat, his head resting lightly against the cool window. His gaze followed the passing fields and hills, which gradually flattened into a coastal landscape. The rain of the past few days had turned the meadows into a lush green, and now and then, small villages appeared, their houses huddled closely together as if seeking shelter from the wind.
He briefly unlocked his phone, typed into the search bar, and glanced at the results. Then he leaned back and said thoughtfully, „I just checked Google. Shoreham FC—that’s the football club here.“
His father shot him a quick glance before turning his focus back to the road. „That’s great—you can continue your training there.“ His voice was calm, almost casual, but Marc knew him well enough to hear the subtle note of satisfaction. Richard understood how important football was to him.
Marc shrugged slightly. „Yeah, let’s see what they’re like. The club in Ross was small, but the team was well-coordinated.“
„And you were an important part of it.“
Marc let out a quiet snort. „I wasn’t a star player.“
„Maybe not. But you were reliable, a team player. And sometimes that’s worth more.“
They fell into a comfortable silence as the car rounded a gentle curve, the road slowly descending towards the coast. The wind grew stronger, making the gnarled branches of the roadside trees sway wildly.
„It’ll be different,“ Marc murmured, running a hand through his hair. „New club. New school. New people.“
Richard nodded. „Yes. But you’ll settle in. You always have.“
Marc let his head rest against the window again, watching the changing scenery. The rolling hills of Herefordshire, so familiar to him, had long since given way to flatter, more open landscapes. Here, closer to the coast, there were fewer forests, less of that sheltered feeling provided by towering trees. Instead, in the distance, lay the vast infinity of the sea.
„It’s really different from Ross,“ he said thoughtfully.
His father smiled slightly. „That’s why we moved … I need new inspiration. A new environment. Ross is fine—but the sea, the coast … I can write so much better here.“
Marc glanced at him. „You write about murders and crimes. And that works better with the sound of waves in the background?“
Richard chuckled. „You’d be surprised what the right atmosphere can do.“
Marc grinned and turned back to the window. He knew his father hadn’t moved here just for creative reasons. This was a fresh start—for both of them. And maybe, just maybe, that wasn’t such a bad thing.
♥♥♥
© Armin Knebel, 2025
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